Holz-Flugzeug

Kleine Projekte aus Spaß an der Sache und ohne Ziel
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emanuel
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Holz-Flugzeug

Beitrag von emanuel » 15.06.2019 15:24

Es ist weiterhin extrem heiß und stickig in der Großstadt und der kleinen Wohnung (ca. 29~30 Grad im Wohnzimmer), aber heute wollte ich unbedingt mal neben dem grauen Alltag einen weiteren Versuch starten und ein sehr einfaches Holzflugzeug zusammenbasteln - natürlich so wie immer mit den vorhandenen Holzstücken aus dem eigenen Fundus, die die Größe und so weiter vorgeben.

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Also habe ich auf eine Balsaholzplatte und einem Kantholz ungefähre, recht grobe Konturen eines Flugzeuges mit dem Bleistift aufgezeichnet... mit Augenmaß von einem Foto im Netz abgenommen.

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Mit der Bandsäge schneiden wir das Ganze binnen weniger Minuten aus... der dicke Holzblock sorgt dann doch für eine leichte, akustische Belastung der Ohren, deswegen beeile ich mich, um meine Nachbarn zu schonen. :miau:

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Am Tellerschleifer folgt dann das Verfeinerung der Formen, wobei es eigentlich nur um das grobe Abrunden aller Ecken und Kanten geht. Also ein recht banaler Vorgang. :muede:

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Und siehe da... mit wenig Aufwand ohne ohne viel Können, wirkt das Ganze ja schon fast nach einem kleinen Holzflugzeug. :tap:

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Mit der kleinen, süßen Kappsäge schneide ich noch kleinere Stäbchen zu, die als Streben bzw. Halterungen für die Tragflächen dienen. Auch schneide ich ein paar Hölzchen mit einem um 20 Grad versetzten Winke ab, die dienen später als Stützen für die versetzten Tragflächen seitlich.

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Dieses Mal nutzen wir fast alle Geräte, denn mit dem kleinen Tischbohrer bohren wir nun leicht vertiefte Löcher, in denen die kleinen Stützen dann eingesteckt werden...

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...mal testen: hält gut! Jetzt noch bei den Tragflächen das selbe Spiel - hier markiere ich zuerst grob die Positionen anhand der eingesteckten Stäbchen und anhand derer ermittel ich dann mit dem Lineal jeweils einen zueinander gleichmäßigen Bohrpunkt.

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Auch hier wieder nur sanft und zart ganz seichte Vertiefungen einbohren, ohne die Tragfläche zu durchlöchern... :nein:

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Jetzt noch schnell mit der Bandsäge aus dem Balsaholz die hinteren Tragflächen und das Leitwerk anpassen.. hier habe ich sowohl in den Rupf als auch die Tragfläche Einschnitte vorgenommen und beim Leitwerk dann die grobe Form dessen nachgeschnitten. Geht schnell und dauert gerade mal eine Minute. :)

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Re: Holz-Flugzeug

Beitrag von emanuel » 15.06.2019 15:29

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Auf meinem Lieblingswinkeleisen markiere ich nun die ungefähre Position der unteren Flügel, damit ich die Markierung auf beiden Seiten des Rumpfes gleichmäßig setzen kann... denn die sind durch das Abschleifen natürlich verloren gegangen. :ohnein:

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Mit leicht pochendem Herzen und einer windschiefen Unterlage bohre ich kleine, schräge Vertiefungen für die Fahrwerk-Stäbe ein... glücklicherweise gelingt mir das auf beiden Seiten im gleichen Winkel. :bussi:

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Und das war es schon wieder... jetzt überall einen Tropfen Leim in die Löcher und alles zusammenstecken... und endlich Stück für Stück trocknen lassen.

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Die Kraft des Ananas-Saftes hilft dabei und hat sogar prompt die richtige Höhe für das kleine Flugzeug. Vorne habe ich noch einen kleinen Balsaholz-Propeller mit der Bandsäge grob ausgeschnitten und eine Halbkugel (die hatte ich mal in einem Bastelgeschäft gekauft) eingeschnitten... ein kleiner Nagel und etwas Leim fixiert das Ganze vorne. Auch beim Fahrwerk habe ich dann noch schnell einfach zwei dünne Holzscheiben mit einem Stützhölzchen angeklebt. :wissen:

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Re: Holz-Flugzeug

Beitrag von emanuel » 15.06.2019 15:34

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:party Und wir sind fertig! Natürlich ist es noch sehr grob und einfach alles, aber für das (mein) erstes Mal durchaus in Ordnung, denke ich. Immerhin hätte ich so eine kleine Bastelei früher nie angegangen bzw. den Aufwand gescheut und Sorge dabei gehabt, dass alles am Ende windschief und ungleichförmig ist, wenn man so ein Ding mal eben mit der Handsäge schnell an einem Samstag basteln möchte. Da hilft die maschinelle Unterstützung definitiv! :hug:

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Natürlich nehme ich gleich einige Erkenntnisse mit und würde das kleine Flugzeug - bei einem erneuten Versuch - ganz anders und auch mit mehr Details angehen, aber man lernt ja mit jedem Projekt dazu. Ich taste mich Schritt für Schritt vorwärts, auch wenn vieles noch recht Amateurhaft ist. :D

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Ob ich es anmalen werde oder es einfach nur mit Klarlack lackiere, weiß ich noch nicht, aber es freut mich irgendwie, dass es da ist. So ein banales Holzflugzeug ist etwas, das man problemlos überall hinstellen kann als Zierde, ohne dass es irgendwie stört oder seltsam wirkt. Es hat irgendwie etwas freundliches, harmloses an sich und passt überall hin... das mag ich. :D

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Das Ganze hat vielleicht ein bis zwei Stunden ohne Trockenzeit gedauert und die Materialkosten betragen vermutlich ca. 3 Euro... also ebenfalls harmlos. Und es macht glücklich und bestätigt mich wieder mal darin, dass es gut und richtig war, auf Urlaube oder sonstige Dinge zu verzichten und stattdessen sich die kleinen Maschinen anzuschaffen. Zwar hatte die Vernunft natürlich dagegen gesprochen, aber die Vernunft ist selten fröhlich oder hat Spaß, ganz im Gegensatz zum tollkühnen Bauchgefühl, das einfach wollte und "Tu es doch einfach, du lebst jetzt hier in diesem Moment und nicht morgen!" sagte... :pieks:

Kann ich jedem nur empfehlen! :D

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Re: Holz-Flugzeug

Beitrag von emanuel » 16.06.2019 09:52

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Nun gut, ich habe dann gestern doch noch schnell mit irgendwelchen Farben das kleine Flugzeug angemalt. Nicht die richtigen Farben für Holz, noch dazu Wasserlöslich, deswegen wirkt alles unsauber und verwaschen, aber ich wollte es mal testweise ausprobieren. :)

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Naja, nicht perfekt, vor allem der Logo-Aufdruck (der keine angedachte politische oder andere Hintergründe hat, sondern durch ein Oldtimer-Foto eines Doppeldeckers angehaucht wurde) mittels Kartoffel ( :D ) hat nicht ganz so geklappt, wie gedacht und ist recht windschief, versetzt und verzogen... aber dennoch ist es in Ordnung. Ein paar Nägel als Zierde und ein kleines, gebogenes Mini-Rohr aus Metall als Auspuff und das war es schon wieder.

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Dafür, dass es nur ein Versuch war und ohne Plan, darf ich mich nicht beklagen. Als Erwachsener, der ich leider mittlerweile bin, wird es heutzutage zwar nur irgendwo rumstehen und ungenutzt Staub ansammeln, aber das Wissen, dass ich nun in der Lage bin, kleine Werkstücke anzufertigen, die als Kind unerreichbar waren (außer aus Lego), ist schon eine feine Sache. :tap:

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Nachtrag: auf dem Foto nicht erkennbar sind dünne Fäden, die als Bespannung zwischen Fahrwerk und Rumpf sowie Leitwerk dienen und mit Metallic-Farbe bestrichen wurden.

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