Schachbrett mit Furnier

Kleine Projekte aus Spaß an der Sache und ohne Ziel
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emanuel
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Schachbrett mit Furnier

Beitrag von emanuel » 05.06.2019 19:08

Ein ganz schön gutes Lehrstück an Kleinigkeiten, die man beim nächsten Mal anders lösen würde. Aber ich bin Frischling, also darf ich auch noch frohen Mutes Fehler und Experimente machen. Und das ausgiebig, denn was ich schon länger mal probieren wollten, war ein kleines Schachbrett. Also wagen wir es mal. :D

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Wir nehmen das wellige Ahornfurnier und zeichnen mit etwas Mühe ein paar gerade Linien ein, mit jeweils ca. 1 cm Abstand.

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Naja, so in etwa, aber die Wellen sind tatsächlich nicht ohne. Das Glätten mit Bügeleisen, Wasserdampf und Co. ist angeblich nicht so das Gelbe vom Ei, weil es entweder nur wenig bringt oder Flecken verursacht - also ignorieren wir solche Ansätze mal. :niemals:

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Nachdem das geschafft ist, teilen wir die Fluffis in noch kleinere Stückchen auf, so dass wir kleine Vierecke bekommen.

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Das Gleiche machen wir mit dem Kirschbaum-Furnier und schneiden auch hier kleine Ecken zu. Und merken, dass ein Zuschnitt mit der Schere nicht zu empfehlen ist, denn es bricht oder fasert aus und zudem je nach Schnittrichtung geht man entweder mit dem Holz oder dagegen - geht man mit, dann bricht es ungewollt der Länge nach je nach Struktur und lässt sich nur schwer beeinflussen. Besser wäre es gewesen, mit einem Furnierschneider (dazu sind die Dinger also gut! :D) die benötigen Teile richtiggehend "abzutrennen" und nicht zu schneiden.

:pieks:

Schaut aber trotzdem irgendwie nett aus.

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Re: Schachbrett mit Furnier

Beitrag von emanuel » 05.06.2019 19:11

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Dann habe ich die kleinen Plättchen abwechselnd gestapelt und zwischen dem Winkeleisen und anderen Behelfen eingeklemmt, um sie zumindest irgendwie gleichmäßig abschleifen zu können... denn mit dem Tellerschleifer wäre das eine Kamikaze-Aktion und sinnbefreit. :tot:

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Auch das ist wieder keine leichte Aufgabe und doch filigraner als gedacht... aber es klappt zumindest ansatzweise. Mal wieder erweist sich das Winkeleisen dabei als sehr nützlich.

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Natürlich ist mir der Stapel nicht nur einmal auseinander gesprungen... der ganze Vorgang ist mühsamer als gedacht. :hilfe:

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Aber dann irgendwann ist auch das geschafft. Hat ja nur ein paar Nerven gekostet.

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Re: Schachbrett mit Furnier

Beitrag von emanuel » 05.06.2019 19:19

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Nun nehmen wir wieder eine der alten Leisten wie beim letzten Mal und markieren ein paar Stellen...

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...und schneiden dort gemütlich mit der Bandsäge durch.

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Mit der Retro-Casio um 9 Euro an der Hand kleben wir drei der zugeschnittenen Hölzer mit etwas Muskelkraft und Leim sowie Geduld zusammen... man beachte wieder mein Lieblings-Winkeleisen ohne jegliche Features. :D

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Nun schleifen wir am Tellerschleifer das Ganze ein wenig ab, so dass wir gleichmäßige Kanten schlussendlich haben. Das Winkeleisen liegt nur für den Coolness-Faktor oben.

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Nachdem wir das unverletzt überstanden haben, markieren wir gekonnt die Mitte. :wissen:

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Re: Schachbrett mit Furnier

Beitrag von emanuel » 05.06.2019 19:25

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Nachdem wir uns ein paar Mal verzeichnet und vermessen haben, markieren wir sicherheitshalber die einzelnen Flächen nochmal und legen mal testweise eines der windschiefen, welligen Furnier-Plättchen auf. :)

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Es hilft nichts, auch wenn schon klar ist, dass das alles eher sehr grob und ungenau wird und die Furniere noch dazu unterschiedliche Dicken haben, kleben wir das Brettchen einfach mal voll. :komisch:

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Mit der Kraft des Saftes und etwas Metall, drücken wir die widerspenstigen Plättchen auf das Hölzchen und üben uns in Geduld. :muede:

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Und nun ist es soweit, wir beginnen zu schleifen. Und zu schleifen. Und nochmal zu schleifen. Und nein, auch hier bringt der Tellerschleifer nicht so viel, weil das dünne Furnier zu empfindlich wäre oder einfach ausbricht bzw. abgezogen wird sonst. Deswegen mit Liebe und feinem Schleifpapier ganz vooorsichtig alles abschleifen. Und dann nochmal und oh... da bricht was... nochmal leimen... und... oh... nochmal... :panik:

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Re: Schachbrett mit Furnier

Beitrag von emanuel » 05.06.2019 19:32

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Jetzt noch rund um die Spielfläche etwas dunkleres Furnier, ebenso auf den Seiten und es nimmt langsam Gestalt an. Wegen der Mühsamkeiten beim Zuschneiden und der Brüchigkeit und mangels anderer Schneidemöglichkeit, verzichte ich auf eine zusätzliche Zierden-Umrandung in heller Furnier. :miau:

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Dieses Mal nehme ich keinen Pinsel, weil ich keine Lust mehr auf ausgefranste Pinselhaare habe und nehme stattdessen ein abgeschnittenes Schwammstück, das sich, einmal mit Holzlack getränkt, gut zum verstreichen und verteilen eignet. Besser als ein Pinsel eigentlich. :)

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Auch hier wieder bekommt alles eine kräftigere, sattere Farbe, speziell in den ersten Stunden, wenn der Lack noch frisch ist. Danach wird der Farbton wieder blasser, aber dafür ist die Oberfläche merkbar besser geschützt. Den Vorgang wiederholen wir übrigens insgesamt dreimal, immer wieder mit etwas Abschleifen mit sehr feinem Schleifpapier.

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Re: Schachbrett mit Furnier

Beitrag von emanuel » 05.06.2019 19:49

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Und hier haben wir das ehrliche Resultat mit Lernfaktor. Trotz Bemühungen, habe ich es nicht geschafft, die weichen Plättchen sauberer zuzuschneiden. Somit finden sich etliche Spalte und Bruchstellen, zudem sind die Trennlinien dadurch natürlich auch nicht gerade. Alles hat eine leichte Neigung quasi. Schaut wie so ein Salzteig-Projekt bei einem Kindergeburtstag aus... :ohnein:

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Auch ist es nicht ganz eben geworden, aber doch dennoch deutlich besser als gedacht.

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Aktuell fehlt mir ein passendes Rund- oder Kantholz für Spielfiguren - die werde ich noch nachholen, aber trotzdem passt es gut zum vorherigen Brettspiel. Es ist zumindest ein Anfang und eine gute Übung und zudem habe ich Einiges gelernt. :tap:

So würde ich ein neues Schachbrett nicht mehr mit Furnier-Beschichtung machen, sondern stattdessen gleich kleine 1x1x1 cm Blöcke aus hellem und dunklen Holz mit der Bandsäge oder Tischkreissäge schneiden, also lauter kleine, feste Würfel... denn die lassen sich dann in mehreren Gruppen nebeneinander gemeinsam an einem Tellerschleifer gleichmäßig abschleifen. Weiters kann man dann einzelne Reihen erst zusammenleimen und erneut mit Schleifen schön gerade bekommen... danach noch die einzelnen Reihen zusammenfügen und fertig. Zudem ist es stabiler, die Oberfläche kann sich nicht ablösen und die Spielfläche lässt sich über Jahre hinweg auch immer wieder neu abschleifen und neu mit Lack oder Öl einlassen. Und der Prozess ist auch schneller - zumindest mit maschineller Unterstützung. :blabla:

Hat trotzdem Spaß gemacht und ein Furnierschneider oder ein anderes, scharfkantiges, längliches Ding, mit dem man Furniere an Kanten mit Druck und ohne Zug abtrennen kann, wird wohl irgendwann eines Tages mal folgen. :)

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Re: Schachbrett mit Furnier

Beitrag von emanuel » 05.06.2019 19:52

Gedauert hat der ganze Spaß übrigens 3 Abende mit je ca. 1 Stunde, ginge auch insgesamt in einer Stunde, wenn man einen Plan im Vorfeld gehabt hätte und die Kosten sind minimal. Das alte Holz vielleicht 10 Cent, das Bisschen an Furnier vielleicht 40 Cent und so weiter... also ähnlich wie das Mensch ärgere Dich nicht-Spiel beim letzten Mal ca. 1 Euro.

Ein harmloses Hobby. :D

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