Teilapparat (Rundtisch)

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emanuel
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Teilapparat (Rundtisch)

Beitrag von emanuel » 09.06.2019 09:25

Bis heute wundere ich mich, warum es dafür kein anderes Wort gibt, aber es ist nun mal so... Nachdem ich letztens auf einer der Fotos mit der Messuhr einen Teilapparat dabei hatte, habe ich mir gedacht, zeige ich das Ding hier mal gesondert.

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Schaut vielleicht als Laie auf den ersten Blick nach einem tollen Ding aus, was es auch durchaus ist, aber es ist viel banaler, als es wirkt. Im Endeffekt besteht es aus einem gewichtigen Gusseisen, auf das eine bewegliche, kreisförmige Platte montiert ist. Innen bzw. darunter liegt einfach ein Zahnrad, das mit einer seitlichen Kurbel angesteuert bzw. bewegt wird. Solide, analoge Technik, die normalerweise lebenslang hält und sonst auch nicht viel kann.

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Die Dinger gibt es in verschiedenen Größen und Qualitäten, manche haben noch eine Kippfunktion bzw. können mit einer weiteren Kurbel geneigt werden, auch besteht die Möglichkeit, ein klassisches Drei~Vierbackenfutter aufzusetzen (also wie bei einer Drehbank). Ich habe das Teil jetzt auch schon etwas länger, bisher noch nicht ausgiebig genutzt, aber eine Anschaffung ist durchaus sinnvoll und man hat es dann eben einfach. Das läuft einem nicht weg, schon alleine aufgrund des Gewichtes. :D Es lohnt sich übrigens, länger nach einer preisgünstigen Variante oder Angebot zu suchen, denn das Gewicht und Material kostet und der Rest ist dann Marke und Genauigkeit. Ab 30 Euro ist man dabei, wie ich, 50 Euro hingegen dürften scheinbar so ein Klassiker-Preis sein, +Varianten kosten aber auch schon mal 100, 200 oder auch 500 Euro. Also Preise, die ich als Hobbybastler definitiv dafür nicht ausgeben würde...

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Hier noch ein Blick auf die Unterseite, da sieht man das Kugellager, in dem der Drehteller eingefasst ist.

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Gesteuert wird das Teil mit der kleinen, seitlichen Kurbel... damit lässt sich die Drehauflage relativ präzise in Millimeter und kleineren Abständen im oder gegen den Uhrzeigersinn drehen. Markierungen helfen, bei im Kreis liegenden, regelmäßigen z.B. Bohrlöchern, immer den gleichen Abstand zu setzen.

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Auch der Drehteller oben hat eine Markierung, die einem Überblick behalten lässt, wie weit man das Werkstück schon im Kreis gedreht hat. Alles sehr solide, robust und zumindest bei mir scheint alles recht genau bzw. ausreichend präzise zu sein.

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Damit sich ein Werkstück aber nicht einfach oben bewegt, gibt es zum Beispiel die Möglichkeit, es mit sogenannten Spannbacken zu fixieren. Nachdem ich aber keine extra gekauft hatte damals, nutze ich bei Bedarf einfach die vom Kreuztisch von der Bohrmaschine bzw. Fräse. Allerdings wird da der Platz auf dem kleinen Teller schon recht eng, unter Umständen könnte man auch das Dreibackenfutter von der Drechselmaschine mittels Flansch montieren.

Und das war es auch schon wieder... mehr kann man zu dem Ding wirklich nicht sagen. Es ist wie der Metallwinkel, es tut einfach genau das, was es auch soll. Im Kreis drehen und aus. Nützlich beim Bohren, Fräsen oder Schleifen von Werkstücken... sobald ich ein geeignetes Projekt damit mal mache, werde ich dann hier mit weiteren Bildern ergänzen. :)

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