Mini-Drechselbank

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emanuel
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Mini-Drechselbank

Beitrag von emanuel » 17.05.2019 09:29

Noch ein Neuzugang, auf den ich schon lange gewartet hatte und der mich sicherlich noch vor Herausforderungen stellen wird, ist aus der selben Proxxon-Serie wie die anderen Werkzeuge, diese Mini-Drechselbank. Nicht zu verwechseln mit einer Drehbank (die ich auch gerne hätte, aber nicht wirklich leistbar ist). Mit einer Drechselbank bearbeitet man vorwiegend Holz, mit einer Drehbank mit niedrigeren Geschwindigkeiten Metalle. Drehbänke haben zudem eine Vielzahl an genauen Adjustierungen für das Werkstück, eine Drechselbank praktisch keine.

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Ich habe ein Heferl/Häferl daneben gestellt, um einen guten Größenvergleich zu ermöglichen. Ebenso wie die anderen Geräte aus der Proxxon-Serie sehr schlicht und einfach produziert - theoretisch auch möglich im Eigenbau. Ein Elektromotor mit einem kleinen Keilriemen, der einen Schaft antreibt, der das Holzstück dreht. :muede:

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Auf der anderen Seite befindet sich eine drehbare Halterung, mit der man das Holzstück sozusagen einspannt und mit ein paar Befestigungen wird alles fixiert. Ein Drehzahlregler bzw. Spannungsregler verändert die Geschwindigkeit und das war es schon wieder. Aus. :blabla:

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Ich habe schon ein bisschen getestet, die Leistung ist merkbar nicht sehr hoch, die Lautstärke im ok-Bereich (noch klopft es zeitweilig leicht, aber auch hier muss es sich erst mal ein bisschen einlaufen und etwas Nachölen folgt noch) aber ausreichend für meine Zwecke und man merkt auch hier, wie herausfordernd es sein kann, ein Werkstück nicht nur genau einzuspannen, sondern wie durchaus schwierig es je nach Holz ist, hier mal eben z.B. eine kleine Spielfigur zu erstellen. Momentan fehlt mir geeignetes Holz (das werde ich mir bei einem nächsten Waldspaziergang zusammen suchen), denn mit einem sehr harten, alten Buchenholz ohne geeigneten Meißel ist es doch sehr anstrengend und eher dann für wirklich genaue Werkstücke mit viel Liebe zum Detail geeignet. Aber soweit bin ich noch nicht. :D

So wie bei den anderen Werkzeugen halte ich die Entwicklungen und Ereignisse mit der kleinen Maschine im Forum hier fest - und ich muss noch irgendwo passende Meißel auftreiben bzw. "Zeugs", dass ich dazu zweckentfremden kann. :)

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Re: Mini-Drechselbank

Beitrag von emanuel » 21.05.2019 18:52

So - das von mir bereits erwartete Dreibackenfutter ist angekommen. Hat gerundet 35 Euro gekostet, aber zahlt sich merkbar bereits beim ersten kleinen Versuch aus und hebt die einfache Drechselbank doch um ein Level hoch. :)

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Ein Dreibackenfutter ist nichts Anderes, als ein runder Korpus, in dem drei Stufen-Blöcke montiert sind, die sich durch Drehen bzw. Schrauben des gesamten Futters zusammenführen oder auch auseinander führen lassen. Damit kann man Werkstücke einerseits einspannen, aber auch von innen heraus fixieren, in dem man die Backen im Werkstück nach außen drückt. Also sehr nützlich und zudem benötigt man dann bei kleineren Dingen nicht unbedingt mehr eine weitere Fixierung gegenüber. :blabla:

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Hier habe ich mal zum Test ein kleines Bambusstück eingespannt - übrig geblieben von einer Topfpflanze. Hier sieht man auch die zwei Griffe, die man in die Löcher auf der Seite reinstecken kann (siehe voriges Bild). Damit kann man einerseits ein Werkstück fixieren bzw. die Backen bewegen, aber genauso das ganze Ding auch wieder von der Drechselbank abschrauben, falls man es doch nicht benötigt. Allerdings weiß ich schon jetzt, dass das Ding meine Standard-Lösung bleiben wird. :miau:

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Erwähnenswert ist, dass das Dreibackenfutter naturgemäß - weil Metall - recht schwer ist, so wie ein Bohrkopf beispielsweise bei einer Tischbohrmaschine oder ähnlichem. Das hat den spürbaren Vorteil, dass die Drehbewegung der Drechselbank etwas satter und kräftiger wird, wenn es mal läuft... ähnlich wie ein Schwungrad, auch wenn der Effekt natürlich nicht allzu groß ist. Aber er ist da und sehr willkommen.

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Auch der Drechselbeitelsatz ist heute angekommen! Für den Preis von ebenfalls 35 Euro einigermaßen ok und wirkt sogar relativ solide. Zumindest für meine kleinen Bedürfnisse. Überraschenderweise sind sie übrigens sogar in einer eigenen, mitgelieferten Holzschatulle verstaut, womit ich gar nicht gerechnet hatte. Oo

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Gleich mal einen kleinen Testlauf starten... gut, dass ich aufgepasst habe, denn sobald sich das Futter dreht, werden die überstehenden Backenteile durch schnelle Bewegung "unsichtbar" und es wäre mir beinahe passiert, dass ich mit dem Reitstock angekommen wäre. :schade: Wäre wohl bei Metall auf Metall bei der Drehgeschwindigkeit nicht so fein. Der Reitstock dient übrigens zum Abstützen des Werkzeuges, also der Beitel, mit denen man das Holz bearbeitet.

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Und hier sieht man nun den gewollten Vorteil eines Dreibackenfutters. Erstens ist das Werkstück damit leicht und schnell zentriert, ermöglicht also genaues Arbeiten. Und man kann nun auch in ein Werkstück "hinein" arbeiten, weil es ja auf einer Seite fest eingespannt wird. Also zum Beispiel innen ausfräsen, was sonst ja nicht geht, weil man das Werkstück ja normalerweise gegenüber des Mitnehmers (also die Seite mit dem Motor) mit dem Mitlaufkörner (auf der anderen Seite) einspannt. Diese Einschränkung fällt damit weg!


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Und somit darf ich stolz verkünden, dass ich meinen ersten kleinen Becher erdrechselt habe. :D

Zwar sehr klein, also wirklich klein, aber auf der anderen Seite ein gutes Beispiel für einen ersten Test - mit der Hand so ein Ding auszuhöhlen wäre das mühsam gewesen, ungenau und langwierig und es besteht dabei leicht die Gefahr, das Ding aus Versehen dabei zusammen zu drücken oder zu zerbrechen. So hat der kleine Minibecher gerade nur eine Minute benötigt und er ist sauber und rund.

Ich bin glücklich und zufrieden und auch mit so banalen Dingen, wie einem Drechselfutter, kann man einen grauen Alltag etwas bunter gestalten. :bussi:

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Re: Mini-Drechselbank

Beitrag von emanuel » 31.05.2019 14:29

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Kurzer Test mit etwas zu fasrigem Holz (ich glaube, die sind eigentlich für Schaschlik-Spieße gedacht, gab es aber mal günstig in einer Großpackung bei Supermarkt vor etlichen Jahren), der aber nach einer Minute schon zeigt, dass mit weiterer Feinarbeit dann theoretisch, durchaus das Potenzial für kleine Detail-Arbeiten besteht. Ich muss mich nur endlich mal an ein kleines Projekt wagen. :)

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Re: Mini-Drechselbank

Beitrag von emanuel » 31.05.2019 18:15

So und dann wollte ich ein größeres Holzstück probieren und habe so eine ebenfalls alte, lange Holzstange hinter dem Kasten hervorgezogen... leider ein eher brüchiges, geschichtetes Fichtenholz. Aber egal, mal schauen, was passiert. :blabla:

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Als Erstes sind mir gleich mal die drei Backen abgegangen, weil ich das Spannfutter zu weit aufgedreht hatte. Da merkt man die kleine Größe der Werkzeuge, ist ja doch eher nur für den Modellbau gedacht. Aber eine gute Gelegenheit, das Ding hier nochmal zu zeigen. :mmhhh:

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Das Dreibackenfutter besteht aus zwei verbundenen, drehbaren Scheiben, in denen ein Schraubgewinde ist, das durch Drehen der beiden Scheiben die Backen in der Mitte zusammenführt.

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Hier ist das innere so gedreht, dass nun der Slot frei ist, um eine der Backen einzusetzen. Dreht man dann weiter, wird der Backen nach unten gezogen... bis zur Mitte.

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Da man einen Backen nach dem Anderen einsetzt und währenddessen das innere Gewinde mit den einsteckbaren Zapfen/Griffen dreht, ist es wichtig, die Reihenfolge zu beachten. Dazu gibt es eingestanzte Nummern sowohl auf dem Futter selber, als auch auf den Backen. Damit es ist dann ein leichtes...

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...und man hat alles wieder schnell zusammengesetzt. Fertig. :)

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Re: Mini-Drechselbank

Beitrag von emanuel » 31.05.2019 18:26

Machen wir mal einen kleinen Test mit dem komischen Holzstück. Eingespannt... dann mal vorsichtig Abstand halten... :hilfe:

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Läuft. Und los geht es... :D

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Auch wenn ich noch keinen Plan und kein Ziel habe, es macht definitiv Spaß. Irgendwie hat das was... vielleicht wie so eine Töpferscheibe, nur dass der Ton hier eben Holz ist und es zugegeben doch ziemlich laut ist. Die Maschine selber nicht unbedingt, wie eine Nähmaschine, aber sobald man einen Beitel ansetzt, rattert und dröhnt es dann doch ordentlich. Alter Staubsauger+ quasi... oft kann man das nicht in der Größe, Dauer und Umfang machen. :nein:

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Dann das Teil mit der Bandsäge absägen und wir haben unsere erste... ähm... Spielfigur oder so was. Wie man allerdings auch sieht, ist so ein Holz nicht sehr dankbar bei dieser Bearbeitung. :niemals:

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Aber immerhin - es klappt und macht Spaß, das ist mal das Wichtigste und hat ca. 5 vorsichtige Minuten gedauert. Die Werkstück-Größe ist auf jeden schon mal die gesunde Grenze. Etwas kleiner und mit einem stabileren Holz lässt sich da sicherlich noch einiges Schönes fabrizieren. Zum Beispiel Mini-Spielfiguren oder dergleichen. Aber das ist eine Geschichte für das nächste Mal... :tap:

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