Mini-Tischkreissäge

Sammlung von nützlichen Alltagswerkzeugen
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emanuel
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Mini-Tischkreissäge

Beitrag von emanuel » 11.05.2019 13:07

Ungefähr seit 10 Jahren oder etwas länger, wollte ich schon die kleine Tischkreissäge von Proxxon, aus deren Mini-Werkzeug-Serie ich bereits schon als Kind einmal die kleine grüne Stichsäge, Bohrmaschine und Co. hatte. Die sind leider teilweise irgendwann verloren gegangen im Zuge des Lebens, allerdings nutze ich bereits seit einigen Jahren wieder den kleinen Hand-Bohrer~Fräser für kleine Bastelwerke. Feines und solides Tool.

Gestern, nach der alltäglichen Routine im Leben, dann noch ein kleiner Ausflug zu meinem hiesigen Baumarkt und siehe da - eine etwas vergilbte, leicht verbeulte und auf den ersten Blick bereits einmal neu verpackte Schachtel unten in einem verstaubten Regal. Dafür deutlich reduziert und es ist die... Tischkreissäge! :panik:

War nicht geplant und dafür muss es wiederum woanders Abstriche geben, aber es ist in Ordnung so. :D

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Zuhause hat sich dann gezeigt, dass zwar die Schachtel nicht im besten Zustand ist, aber das Teil innen scheinbar doch noch unangetastet und Original-verpackt ist, auch fanden sich keinerlei Gebrauchsreste und das Ding funktionierte auf Anhieb und hatte den Geruch eines Neugerätes. Auch wenn es sicherlich auch schon seit vielen Jahren+ im Lager rumgurkte, aber das lindert ja nicht die Funktion bei Werkzeugen (manchmal sogar eher im Gegenteil, weil die älteren Teile wenigstens noch solide gebaut sind). Aber wir werden ja sehen, wie es langfristig läuft. :)

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Ich muss zugeben, dass ich sie optisch etwas kleiner in Erinnerung hatte und die 6 Kilo plus waren beim Transport doch etwas schwer, aber nun steht sie rum, produziert brav viel Sägestaub und macht Freude. Es gibt zwei Varianten übrigens - bei dieser hier ist das Sägeblatt auch neigbar bzw. verstellbar, wichtig für meine Vorhaben.

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So wie bei den meisten Proxxon-Geräte, die für Mini-Werkstücke bzw. Modellbau gemacht wurden, ist die Leistung natürlich beschränkt. Hier auf dem Foto oben sieht man die Holzstücke, die sind schon fast zu dick bzw. geht es sich haarscharf aus, dass man sie durchtrennen kann - also ca. 1 Zentimeter. Mehr kann man nicht wirklich rausholen. Reicht aber für meine Zwecke aus. Viele sagen zu dem Ding auch "Balsaholz-Säge", weil alles Andere schon zu herausfordernd ist. Nachtrag: hoppla, doch - mit dem 80er-Blatt kommt man doch auf etwas mehr, ca. 1,5~1,8 Zentimeter. :miau:

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Hier jedoch ein erster, schneller Test, um das Ding einfach auszuprobieren und welche Freude... meine erste, lose und sehr, sehr grobe Zapfverbindung des Lebens und meine erste, echte Nut, in die man theoretisch den Boden einer Lade einschieben könnte. :)

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Die tatsächliche Freude ist aber, dass ich nun vor allem endlich auch kleine, gerade und rechtwinklige Holzstückchen auch in größerer Menge sägen kann. Mit einer große, schweren und immer leicht wackligen Stichsäge oder unruhigen Handsäge macht so was keine Freude... jetzt hingegen sind solche Holzstückchen eine Frage von weniger als einer Minute und sogar der Lärm und die Staubbelastung ist deutlich geringer, als mit den anderen Methoden, da der Schnitt ja bereits in wenigen Sekunden und sehr punktuell erledigt ist und zudem auch immerhin teilweise wenigstens im Gehäuse verschwindet.

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Damit habe ich nun die Möglichkeit, auch mal schnell eben ein kleines Gehäuse für den Raspberry zu basteln, kleinen Mini-Apotheker-Schrank mit Laden und anderer Spielereien, die ich seit Jahren aufschiebe und nie umgesetzt hatte, weil es per Hand zu ungenau und mit der Stichsäge zu schwer~anstrengend und mühsam wurde. :blabla:

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Re: Tischkreissäge (Proxxon)

Beitrag von emanuel » 11.05.2019 13:15

So... die Führungsschienen, die beigefügt sind, sind prinzipiell in Ordnung, aber ich mag gerne eigene Dinge. Und habe mir gedacht, bevor ich etwas kompliziert mit Holz anfertige, nutze ich doch die Vielfalt von Technic-Lego-Steinen (die kullern seit einiger Zeit rum und wusste eh nicht so recht, was damit tun). Nachdem ich eher kleinere Dinge damit bearbeiten werde, benötige ich also eine Art von Führung, mit der man auch kleinere Teile leicht zuschneiden oder auch nur einschneiden kann. Am besten gleichmäßig mit beiden Händen...

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Also habe ich das zusammengestoppelt. Eine Art von Käfig mit durchgehendem Schlitz unten und mit Querstreben, um das Ganze zu stabilisieren, Längsträger um vorne Querplatten und so halt... :muede:

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Praktischerweise passen die langen Bauteile genau in die Führungsschienen und sie sind um ca. 2~3 Millimeter weiter auseinander... das hat den angenehmen Effekt, dass das ganze Ding recht straff und solide sitzt, aber dennoch sauber und kontrolliert gleitet. Perfekt. :bussi:

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Re: Tischkreissäge (Proxxon)

Beitrag von emanuel » 11.05.2019 13:20

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Und hier die Innenansicht... zwei glatte Platten bieten den passenden Schieber für Holzteile und das ganze Gerüst oder nennen wir es "Käfig" lässt sich durch die Form sauber durchschieben bzw. ziehen.

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Auch ist genug Abstand für das Sägeblatt da, aber zuwenig, um Holzteile mal eben nach hinten zu werfen. Nicht unpraktisch. Auch hat das Plastik den Vorteil, dass es bei einer ungeplanten Belastung auch nachgeben kann und dämpft und zudem sich auch leicht durchtrennen lässt - für die Sicherheit nicht unwesentlich. :hallo:

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Und wenn man jetzt noch ein paar Lego-Trennwände nimmt und miteinander koppelt, hat man auch eine praktische Einstellung für die Breite... inklusive einem kleinen Schutz nach oben, falls mal ein Teil nach oben schnippsen sollte (das baue ich noch ein wenig aus). Das Großartige an der Sache ist ja, dass sich somit die Breite schnell ändern lässt - zwar nicht auf den Wunschmillimeter genau, aber mit unterschiedlichen Holzplatten oder Legoteilen dennoch sehr variabel und damit auch standardisiert. :)

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Re: Tischkreissäge (Proxxon)

Beitrag von emanuel » 11.05.2019 13:26

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Und dann habe ich mir gedacht... naja, wenn man das basteln kann, dann ja auch noch andere Schieber... wie beispielsweise und nützlicherweise für einen gezogenen 45-Grad-Winkelschnitt. Den braucht man immer wieder im Alltag (oder so). Also erneut ein paar Steinchen und Streben verbunden... :D

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...und fertig. Auch hier wieder solide in den Führungsschienen und ausreichend genau für den Eigengebrauch. Wenn man jetzt noch Geduld hat, fertig man mehrere von diesen Teilen in unterschiedlichen Winkel an oder ändert diesen Entwurf so um, dass man hier unterschiedliche Winkel einstellen kann. Also man könnte... :niemals:

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Der Vorteil ist ja generell, dass man sich mit den Legosteinen je nach Bedarf alle möglichen Halterungen und dergleichen anfertigen kann... und vor allem schnell und sehr unkompliziert. So gefällt mir das. Jetzt muss nur mehr der Spaltkeil nach dem Sägeblatt zur Rückschlagsicherung ein wenig angepasst werden, dann kann der sägende Alltag beginnen. :blabla:

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Re: Tischkreissäge (Proxxon)

Beitrag von emanuel » 11.05.2019 22:30

So, ich habe den originalen Spaltkeil wieder eingesetzt, damit ist auch die Sicherheit erhöht und die Gefahr eines Rückschlages ein wenig reduziert. Passt alles gut zusammen... da ich die Fotos leider in der Nacht und im Vorzimmer mit einer warmen Glühbirne aufgenommen hatte, habe ich die Fotos zwecks besserem Darstellen entsättigt. :muede:

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Das Praktische ist, dass der Spaltkeil mit seinem oberen Steg genau auf der Höhe der Lego-Streben ist, dadurch ist er wie eine natürliche Begrenzung. Damit zieht man den Schieber quasi bis zum Anschlag durch und man hat auf jeden Fall das Werkstück vollständig durchgezogen, auch ohne visuelle Kontrolle. :)

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Die seitlichen, überstehenden Führungsschienen beim Lego kann man übrigens auch vollständig weggeben, dadurch lassen sich auch breitere Werkstücke sägen. Momentan lasse ich sie aber, da ich noch ein paar Befestigungen ausprobiere. :student:

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Re: Tischkreissäge (Proxxon)

Beitrag von emanuel » 11.05.2019 22:35

Nebenbei: auch wenn es nicht so wirkt, aber die Legokonstruktion ist ganz schön stabil und vermittelt ein gutes, solides Gefühl. Also nicht anders, als wenn so ein Teil von Grund auf aus Plastik oder Alu dabei wäre. Ein paar Tropfen Nähmaschinenöl noch in die Schienen, ein wenig einfahren und es läuft reibungslos. :blabla:

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Re: Mini-Tischkreissäge

Beitrag von emanuel » 10.06.2019 11:55

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Nicht ganz optimal sind übrigens die beigelegten Helfer, mit denen man Holzstücke je nach Bedarf ausrichten und zuschneiden kann. Denn je nach Größe, muss man die Schiene doch anders positionieren und wenn einem das Werkstück nicht wegrutschen soll, weil es länger ist und man deswegen bewusst die Schiene überstehen lässt, dann schneidet man durchaus auch mal ungewollt in das Ding.

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Ein paar Schnitte stören zwar nicht, aber es ist und bleibt suboptimal. Auch wenn ein Kernschnitt reichen würde als Fix-Punkt. Vor allem, da ich fast nur rechtwinklige Schnitte im Alltag mache. Zumindest zur Zeit und mit einer deutlichen Gewichtung, aber die Praxis ist ja dann doch etwas anders...

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Außerdem ist die Markierung des Plastik-Winkelrades nicht ganz optimal, denn möchte man wirklich einen rechtwinkligen Schnitt, dann muss man die ganze Schiene um einen Hauch versetzen. Und immer wieder mal nachjustieren, zumindest, wenn man es wirklich ganz genau möchte... wir reden da von einem halben Millimeter und dergleichen.

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Mit der festen Schiene bin ich zumindest teilweise zufrieden. Prinzipiell tut sie das, was sie tun soll und ist für einen schnellen Schnitt absolut ausreichend. Möchte man aber kleine, saubere Zuschnitte machen und diese wiederholend, wird es schon etwas fummliger. :muede:

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Mit dem kleinen Rad fixiert man die Schiene generell an der gewünschten Markierung, mit dem schwarzen Schnellspanner festigt man das Ganze dann nochmals... und hier kommt unerwünschte Bewegung ins Spiel.

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Wie man auf dem Foto sehen kann, ist der Winkel leicht schief, je nachdem, wie fest man die Schiene anzieht. Das ist bei kurzen Holzstücken kein Problem, bei Platten oder Längsschnitten aber merkbar und nicht das Gelbe vom Ei.

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Je nach Position, kann das durchaus mal ein ganzer Millimeter zwischen Anfang und dem Ende der Schiene sein. Zuviel, um es dann bei z.B. einem Rahmen nicht zu bemerken. :nein:

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Während ich herum gemessen habe, habe ich ein weiteres Problem bemerkt und damit einen der Mitgründe für die immer wieder schleichenden Veränderungen... die Schraube, zur Fixierung der Schiene, hält nicht ganz fest. Auch dadurch bewegt sich die Schiene bei zu viel Druck und der Winkel vergrößert sich.

Nächster Schritt wird also eine klassische Schiebe~Halterung aus Holz werden. :blabla:

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