ру́сский язы́к

Ja, schon schwer das Vorhaben. Das muss ich wirklich mal zugeben und noch immer hängt es da und dort im Kopf, wenn es darum geht, die Buchstaben beim Lesen im Kopf mal eben flüssig auszutauschen und das p zum r umzuwandeln, das h zum n, das n zum i und so weiter. Aber langsam wird es ja.

bus

Seit einiger Zeit lerne ich nämlich nun doch endlich Russisch (in einem Kurs) und während ich in den ersten Tagen noch einen Zweifel verspürte, ob ich das länger als nur 4-5 Tage durchhalte, merke ich nun langsam, dass die Mühen Früchte tragen und ich den Spaß daran entdecke.

Vor allem das Lesen gelingt mir immer besser, auch wenn ich mich natürlich noch ganz, ganz unten auf dem Kindergarten-Niveau befinde und mich erst mit Wörtern wie привет, сок, профессия, неплохо, женщина oder до свидания herumschlage. Das Schreiben wird aber dennoch Stück für Stück eine Spur „leichter“, das Lesen ebenfalls und jeden Tag folgen weitere Wörter und Sätze, die ich mir erstaunlicherweise doch immer wieder (manchmal) merke (was jetzt bei meinem, von Computer zersetzten, Gehirn nicht unbedingt selbstverständlich ist)…

Nur die Aussprache wird ganz sicher die letzte Bastion, der ich mich stellen werde. Zu sehr sperrt sich mein Kopf manchmal, wenn es darum geht, das o als a auszusprechen (oder gar umgekehrt) oder mal eben den richtigen Schwung beim Lesen für увидимся zu erwischen.

Aber wenn dann auf der Straße eine russische Touristin ihre Kinder ruft, so wie gestern, und man plötzlich zwei drei Wörter versteht und смотреть oder просто irgendwie einen groben Sinn ergibt, dann hebt das doch die Stimmung und gibt dem Ganzen einen kleinen Energie-Schub.

Allerdings darf man nicht nach vorne blicken, denn noch bin ich bei erst bei der Hälfte der ersten Etappe und es liegt noch ca. drei- bis viermal so viel vor mir und vor allem noch sehr umfangreiche Hürden aus sehr seltsamen Wörtern, Buchstaben, Kombinationen und bunten Regeln. Aber wenn ich nach dem ersten Ende zumindest dann Schilder lesen oder mich erkundigen kann, wohin geht es da und dort, etwas bestellen oder einfachen Small-Talk alias „Wie geht es und was machst Du so?“ führen und das Ganze auch noch schreiben und lesen kann, bin ich auf jeden Fall sehr zufrieden. Wäre eine kleine Wunsch-Bastion im Leben, die damit bröckelt und eingenommen wird.

посмо́трим, как пойдёт де́ло – oder so ähnlich… Das wird dann die nächste Stufe, aber jetzt muss ich mich zuerst mal mit wirklich schwierigen Wörtern herum schlagen: „Adverbien“ und „Personalpronomen“ – was auch immer das heißen soll? Diese Wörter machen für mich bis heute keinen Sinn und erscheinen mir zudem ja völlig belanglos. Ich spreche schließlich auch keinen Binärcode, wenn ich am Computer Etwas tippe?! Mh.

хорошо, пока́!

PS: habe jetzt noch mehr Respekt vor Jedem, der Deutsch lernen muss und von der kyrillische Schrift auf Unsere umsteigen muss. Da ist schließlich der selbe Buchstaben-Salat im Kopf.

Foto: Mikhail (Vokabre) Shcherbakov from Moscow, Russia (The „B“ trolley) [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons