Ein Moment mit viel Körnung

Text-Teil gelöscht.

Aber ja, was soll’s. Blabla. Windmühlen. Ein anderer Schauplatz.

Heute bin ich zwecks Besorgungen durch die westlichen Waldhänge der heimischen Stadt gefahren, kurvige, kleine Wege hinauf und hinab, leerer Asphalt und Laub, das bereits herbstlich von den Bäumen schwebt. Gedämpftes Licht und eine Temperatur, die sehr kühle Luft durch die offenen Fenster streichen lässt, aber zu warm, um zu frösteln.

Es war schön. Eine Zeit lang brummte gemächlich ein Touristenbus vor mir und es ging in langsamer, stiller Fahrt durch die Waldpfade, ein beeindruckendes, visuelles Bild vor mir.

Laub, das Schatten werfend sanft hochgewirbelt wird, ein Farbenkontrast, der an den leicht silbrigen Kodak-Farbfilm-Glanz der 70er-Supermodel-Ära erinnerte, mit dunklen Nuancen und beige-getönten, aber kräftigen Farben an Grün, Braun, Orange und Rot sowie Grau, satte Bremslichter, die einem englischen James Bond-Film der 80er bei Regen entsprungen sein dürften, vermischt mit der inneren Ruhe des Sébastien Tellier Sounds.

Das sind Momente, wo ich im Auto ganz still bin, keine Musik läuft, man hört nur das sanfte Rauschen des Motors, keine Bewegung, kein Bremsen, kein nochmaliges Gas geben, einfach ein statischer Moment einer Aufnahme, die 5, 10, gar 20 Minuten dauert und wie aus einer ungeschnittenen Szene besteht, gefilmt von einem Kamera-Schlitten, wo analogen Filmrollen auf der Kamera sich mit einem leichten Surren abspielen, das schwere Glas-Objektiv, dessen Linsen sich zueinander verschieben, der silbrige Deko-Rand an den schwarzen, lackierten, da und dort bereits abgeplatzten, Metall-Griffen der Halterung und das rote, kleine Glimmen der Batterie-Anzeige, der Geruch von Waldluft, Regen, Erde, Metall, 8mm-Film und analoger Elektronik.

Der tiefe Klang des Motors vom Bus fünfzig Meter vor mir, als er langsam mit der gedanklich eingespielten Stimmungsmusik in einer Wolke aus Nebel, Blättern und Schattenspielen in das weiß-graue, regnerische Licht einer Lichtung gleitet, um kurz darauf im dunklen Wald zu verschwinden… die Bremslichter, die seine Spur verraten und dann langsam ausglimmen…

Ich mag das.