Das Protokoll I

So. Es ist mal wieder soweit… man steht in der analogen Welt vor einer spiegelnden Fläche und denkt sich: wie konnte es denn nur soweit kommen? Das steht doch tatsächlich ein kleines Bäuchlein hervor… Generell legt man, also ich, langsam zu und entspricht damit wieder ein Stückchen mehr der familiären Genetik und Optik. Nur so will ich das nicht. Nah, sicher nicht.

Futtern und Fasten. Das Spiel.

Bisher hatten die Ansätze in den letzten beiden Jahren gut geklappt, ich war jedesmal einigermaßen konsequent und konnte den wachsenden Beginn des zivilisatorischen Niedergangs der eigenen Person im Keim bzw. Frühstadium wieder ersticken und mich jedesmal eigentlich sogar rückblickend relativ einfach zurück hanteln – und bin jedesmal wieder bei meiner Spaghetti-Figur gelandet. Damit fühle ich mich auch einfach wohler und besser, man schwitzt deutlich weniger, die Hitze lässt sich leichter ertragen und auch beim dünnen Sommerhemdchen stehen außer den Schultern sonst keine Erhebung hervor, wie es allerdings jetzt gerade mein Bauch macht.

Dadurch, dass die sportliche Betätigung die letzten Monate massiv zurück gegangen ist und das tägliche, stundenlange Radfahren damit nicht mehr zum Hamsterrad-Genuss gehört, verarbeitet der Körper die gleiche Nahrungsmenge in mir nun natürlich ganz anders. War ich Anfang Winter wie üblich der Strich in der Landschaft, hat sich das jetzt bis zum Sommerbeginn bei gleicher Ernährung wieder verflüchtigt und der kleine Sport, den ich jetzt so betreibe, ist da zu schwach und zu wenig fordernd. Außerdem muss ich ein wenig auf mein Knie aufpassen, denn es hat mich erst letztens wieder an den Fehltritt von vor bald drei Jahren (?) erinnert.

Merke: man sollte nie mit Schwung von einem Fahrrad auf einen eisigen Treppenansatz hüpfen und das Ganze auch noch mit dem vollen Körpergewicht… dieses kleinen „Schnapps“ und „Knirsch“ unter der Kniescheibe ist mir recht gut in Erinnerung geblieben und hat lange nachgewirkt. Seitdem bin ich vorsichtiger und das ist gut so – aber ja, manchmal gibt es den kurzen Moment, wo man das auch mal wieder vergisst. Ich sage nur Aua.

Kurz und gut, wir – und ich ziehe Euch da einfach mit, denn ihr habt sicher auch irgendwelche (verborgenen) Laster – legen munter los. Ein 30-Minütiges Allrounder-Programm mit leichtem Laufen, paar sehr vorsichtigen Kniebeugen und Liegestützen und versuchsweise Bauch-ich-spiele-Kellerassel-zusammenrollen ist heute schon mal abgehakt, jetzt geht es dann weiter mit einer Gemüsemischung an Karotten, Weißkohl, Paprika und sogar ein paar Pilzen, wobei ich die jedoch allerdings kaum mehr kaufen werde… quasi jede Packung im Geschäft war schimmlig, aufgerissen oder von Kondenswasser durchtränkt – es lohnt nicht ganz, denn auch der Ausschuss bei der OK-Packung ist recht hoch. Pfff. Da ist ein Gemüsepfannen-Fertiggericht eigentlich genauso sinnvoll.

Dazu gibt es dann noch einen Fencheltee später als Abendgetränk und der Kakao und die guten Kokosschokoladen-Stücke dürfen einstweilen in der Lade ruhen…. buuhhuuuu! *snief*.

Aber es muss sein. Den Genpool kann man zwar nicht verhindern, aber zumindest abschwächen und zudem ich will beweglich bleiben und den Sommer so genießen können, wie ich es immer wollte… fröhlich und fit. Zudem: wie soll man denn sonst erfolgreich vor dem Leben weglaufen und Haken schlagen können?! Eben.