Ich baue mir ein Boot… Teil I

Im hauseigenen Forum habe ich es schon länger ausgeführt, aber es ist Zeit den Zwischenstand hier im Blog festzuhalten – einerseits weil ich selber das Ganze für mich geordnet dokumentieren will und auf der anderen Seite auch (für den unwahrscheinlichen Fall, dass es klappt), dass andere interessierte LeserInnen auch schnell eine Übersicht über das Vorhaben erhalten.

CC BY-SA 3.0 / Titelblatt "Echo Continental" 1923, Nr. 3/4 Firmenzeitung der Continental Gummiwerke Hannover AG

Seitdem ich klein und brav war und auch später, als ich größer und nicht mehr so brav war, wollte ich mir immer ein Faltboot anschaffen. Ich war schon früher von Foto- und Film-Aufnahmen aus den 30er bis 70er Jahren und dergleichen fasziniert, wo Paddler mit einfachen Holzkonstrukten formschnell und elegant durch das Wasser pflügten. Es erschien mir immer als einer der freundlichsten Art und Weisen, Naturgewässer und die fließende Landschaft zu befahren. Kein Motor, klein und leise und so ein Boot richtet damit tendenziell wenig Zerstörung an. Friedlich.

Haben will.
Und deshalb wollte und will ich so Etwas haben. Klassiker-Faltboote kann man zwar auch heute noch relativ leicht kaufen, denn es wird immer irgendwo ein Keller aufgelassen oder das alte Erbe verramscht – allerdings muss man naturgemäß fast immer einiges an Geld und sehr viel an Arbeit investieren. Undicht, das Holz alt und aufgequollen, Scharniere defekt, die Bespannung eingerissen, lässt sich womöglich gar nicht mehr bespannen, Schimmel oder Rahmenbruch und so weiter.

Dann gibt es natürlich auch moderne Boote. Aus Plastik, aus Holz mit Kevlarfäden bespannt und Kunststofffolien und so weiter… aber auch welche mit Schläuchen und Luftkammern. Die Varianten sind vielfältig, aber angesprochen haben mich prinzipiell immer solche, die man auf ein relativ kleines Packmaß bringen und überall ohne Probleme transportieren kann. Zerlegbar, stabil und so aufgebaut, dass man es auch in vielen Jahren noch ohne Probleme verstaubt aus dem Keller holen kann, ohne dass man etwas groß daran tun muss.

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Und wer mich kennt, weiß, dass ich es einfach, unkompliziert und minimalistisch will. Ein Schlauchboot oder ein aufblasbares Kajak sind zwar nette Möglichkeiten – leider teuer, wenn es nicht gleich nach der dritten Fahrt kaputt sein soll – aber Luftpolster, die formgebend sind, bekommen naturgemäß schnell Löcher oder reißen an den Nähten. Und wer schon mal ein großes Schlauchboot geflickt hat und das vielleicht sogar mehrfach sowie gerissene Nahtstellen, weiß, dass das Ganze nur eine Zeitfrage darstellt, bis das Teil so verschluddert und verpickt ist, das es keinen Spaß mehr macht.

Irgendwelche fadenscheinige Argumente finden sich halt immer.
Außerdem mag ich eine weitere Sache an Schlauchboot-Varianten nicht… man muss sie aufblasen und nach Gebrauch die Luft rauslassen. Der erste Teil dauert lange und erfordert eine (oft schwere) Pumpe und das Ablassen zum Einpacken ist meistens nass, es geht nicht die ganze Luft raus oder es dauert lange. Und ist man nach dem Aufpumpen endlich mal im Wasser, verliert die Form durch das kalte Wasser schnell wieder ihre Beständigkeit.

Welches Problem gibt es mit großen, echten Kajaks und dergleichen? Sie sind entweder eben groß und damit für mich weder lagerbar noch transportfähig – und ernsthafte Teile (wenn dann ordentlich) sind erst ab etlichen Hundert+ Euro erhältlich und zugleich besitzen viele einen Holzrahmen – eine Tatsache, die ich sehr liebe – aber zugleich dazu führt, dass in einem Schadensfall zumeist ordentlich gewerkt werden muss. Da reicht einfaches Balsaholz aus dem Bauladen ums Eck dann nicht mehr aus – und in der Stadtwohnung Holz schleifen und fräsen… damit mache ich jetzt mal lange Pause wieder. Ich habe da ein wenig genug davon.

Fertige Hartplastik-Boote, die aus mehren Teilen bestehen – ja, langlebig, robust, unkompliziert… aber mir noch immer zu groß und unhandlich. Das Ding muss so sein, das es nicht nur in jeden (!) Kofferraum passt, sondern sich idealerweise sogar mit einem Rad transportieren lässt. Also niedriges Gewicht, kleine Form und wenn etwas beschädigt oder verloren geht, soll es sich leicht ersetzen lassen. Außerdem ist meine Finanzkraft für solche Späße nicht gerade berauschend und eine teure Reparatur am vierrädrigen Transporter lässt zudem auch noch grüßen – es muss also billigst sein und werden. Aber auch aus Prinzip.

Blindes Hund sucht Korn.
Der erste Gedanke drehte sich um ein gigantisches, selbstgeklebtes und gefaltetes Papierboot zum angeben, mit Klarlack versiegelt und so weiter. Ähm, ja. Der zweite Ideenansatz folgte als Stoffbeutel mit vier Stangen als Querstreben – quasi wie ein Tropfen, aber das war mir dann doch zu peinlich.

Experimente - ich baue ein Boot

Dann hatte ich begonnen, mit Holz und Kanister zu experimentieren, aber auch da gleich gemerkt, dass solche Plastikkanister zwar leicht, schwimmbar und praktisch sind… aber bei 6 Stück mit jeweils 20 Litern verbrauchen auch die ordentlich Platz. Zuviel für meinen Geschmack.

Plastikflaschenboot

Eine andere Variante wäre ein Kajak aus Plastikwasserflaschen. Wer das für unmöglich und lächerlich hält, sollte sich zuerst dieses Video anschauen, denn es zeigt die unbegrenzten Möglichkeiten mit diesem Material. Für mein Vorhaben jedoch schlussendlich zu aufwändig, weil mir die stabile Verbindung der Flaschen mit Haushaltsmitteln wie Klebeband zu kompliziert war und zudem das Ganze sich nicht einfach verstauen lässt, sondern ja dann in Originalgröße herumliegen müsste. In einer kleinen Stadtwohnung? Danke, nein.

Was also tun? Wie vereinfachen?
Mr. Bean ~ Mythbuster-Style! Wir nehmen etwas, das unglaublich universal und alltäglich ist: PVC-Rohre. Langlebig, leicht zu ersetzen und auch ohne gefülltem Bankkonto leistbar. 🙂

Und dann noch etwas Klebeband. Schere. Säge. Und eine Folie bzw. Plane und das war es mit dem Bedarf. Man merkt schon beim Durchlesen der Wörter, dass man nun auf meinem Niveau angekommen ist und damit im Low Budget Bastel-Bereich, der meistens windschief daherkommt und immer ein bissl so halb ist… aber dafür ist Spaß und Lebensfreude dabei. Und das zählt in meinem Alter bereits ganz schön viel.

Die Entscheidung war nach einer oberflächlichen Bildrecherche im Netz schnell gefällt, denn ursprünglich hatte ich mir nach der Flaschensache überlegt, ein sogenanntes Single-Sheet-Boat oder dergleichen zu bauen – oder besser gesagt zu „nähen“. Dazu wird einfach eine einfache Bodenplatte, Seitenwände und Querplatten aus einer großen Holzplatte (oder Plastikplatte) ausgesägt, in Bootsform zusammengeknüpft bzw. verbunden (an vielen Löchern mit Schnüren, Kabelbinder, Draht oder ähnlichem – also gewissermaßen vernäht) und dann verspachtelt und lackiert. Oder auch nicht und man belässt es bei Kraftklebeband und kann es jederzeit zusammenklappen. Aber auch diese Lösung war mir zu unhandlich und etwas zu schwer.

Also blieb es beim PVC-Rohr-Ding. Billig, leicht zu bekommen in jedem Baumarkt, unkompliziert in der Verarbeitung, langlebig und problemlos veränder- oder austauschbar, wenn mal etwas kaputt geht. Nun bin ich vor einiger Zeit somit endlich mal in den Baumarkt spaziert und habe mir dort UV-Licht- und Säure-beständige PVC-Rohre gekauft… landläufig sagt man dazu auch einfach Abflußrohr. 🙂

Leicht zu verarbeiten

Diese Teile bekommt man für den Meter um einen Euro ungefähr, lassen sich binnen Sekunden mit irgendeiner Säge teilen, sie sind leicht und durch die runde Form aber trotzdem stabil sowie flexibel. So weit, so gut.

Es sollte halt doch nach Boot ausschauen, oder?
Die nächste Überlegung war Form und Größe. Es gibt ein kleines Programm für den Computer, mit dem man Bootskonturen, Querschnitte, Formen, Größen und Wirkungsgrad und Co. entwerfen und berechnen lassen kann. Tolle Sache, deswegen habe ich es gleich wieder deinstalliert und gehe den üblichen Weg – und der nennt sich Bauchgefühl. Natürlich habe ich noch nie ein Boot gebaut, keine Alltagserfahrung damit und keine Ahnung von den Berechnungsgrundlagen von Verdrängung, Formvolumen und all diesen Dingen, die dazu notwendig wären. Wird also eine feine und holprige Sache. Großartig!

Die Form
Entwurf

Klar ist – es soll eine leicht längliche Form haben und damit schmal sein. Zudem so klein wie möglich, um mich, meinen Rucksack und eine Kamera transportieren zu können, ohne dabei zu kippen, unterzugehen oder in der Mitte durchzubrechen, sobald mal eine Ente mit ihrer Bugwelle vorbei schwimmt. Mit Klebeband habe ich mir deshalb im Vorfeld schon mal so eine ganz grobe Bootsform (mit dem Bauch nach oben) aufgebaut, um ein Gefühl für die Maßstäbe zu bekommen. Das hilft tatsächlich, denn es relativiert vieles schnell und man sieht gleich, wo es hapern könnte.

Boot-Entwurf
Boot-Entwurf mit dem Computer

Ich habe zudem mit dem Computer und einem simplen 2D-CAD-Programm zwar einige Überlegungen in grober und primitiver Form angestellt, wie man hier auch sehen kann, nur einerseits ist das zwar Alles nett und so, aber irgendwie für meine Bedürfnisse nicht wirklich effizient. Geht es um analoge Dinge, habe ich sie lieber in der Hand und schnitze quasi direkt daran herum. Damit landeten diese Experimente in der digitalen Mülltonne. Weiter geht es also.

Die Basis des PVC-Rohr-Bootes

Aus. Einfach tun und nicht nachdenken.
Und habe mich dann endgültig dazu entschieden, mit den Überlegungen aufzuhören, sondern das Material tatsächlich in die Hand zu nehmen und einfach los zu sägen und kleben. Der Einfachkeithalber habe ich mal mit dem Basis-Gerüst begonnen, das auf jeden Fall so sein soll, dass ich darin unkompliziert sitzen, meine Beine ausstrecken kann und das mich auch trägt, ohne in der Mitte zu brechen oder sich zerlegt. Das Ergebnis ist dieser einfache Kasten oben, der überraschend solide ist.

Verbindungen im Bootrumpf

So ein PVC-Rohr-Boot ist schnell provisorisch zusammengebastelt, denn das Schneiden der Rohre ist äußerst leicht, das Kleben mit einem Kraftklebeband unkompliziert und erstaunlich stabil und strapazierfähig. Nicht umsonst gibt es übrigens immer wieder sogenannte Duct Tape-Boat-Wettbewerbe, wo nur aus Klebeband und Streben ganze Boote gebaut werden.

Gebogene Streben für den Rumpf

In der Einfachkeit liegt die Würze.
Hier sehen wir eine Idee, die ich bereits am nächsten Tag wieder verworfen habe… ich hatte mir zusätzlich Multiplast-Plastikrohre besorgt, die man sehr leicht biegen kann, da elastisch und die Idee verfolgt, damit einen runden Rumpf zu formen, damit das Ganz nach „echtem Boot“ ausschaut. Dazu habe ich mit viel Mühe, einem Sessel, Klebeband und männlicher Fingerkraft die zugeschnittenen Teile zurechtgebogen und dann ruhen lassen, damit sich die Form setzt. Ein unnötiger Aufwand, der als Fehlschlag verbucht werden darf. Man lernt halt nie aus.

Der Rumpf

Warum bin ich nicht dabei geblieben? Einerseits ist der Aufwand relativ hoch, das Gewicht steigt, zudem braucht man umso mehr Fixierungen, muss genauer Abmessen, die Anzahl der Teile beim Transportieren steigt und zudem begann ich etwas unsicher zu werden, ob ich mir nicht genau damit eine Destabilisierung einfange. Denn die Teile begannen sich nach einiger Zeit schnell deutlich zu sehr abzurunden und zudem stand auch im Hinterkopf auf einer Merktafel, dass das Boot auch im sehr flachen Wasser noch vorwärts kommen soll. Mit den Abrundungen vertiefe ich das Boot aber und riskiere schnell ein Hängenbleiben an einem Stein. Außerdem verlor sich der minimalistische Aspekt irgendwie. Ich bin ja eher auf dem Kakao-Packerl-Boot-Niveau unterwegs. 🙂

Der Rumpf

Auch wenn auf dem Bild hier die Schnauze vorne herunter hängt, wirkt es auch mit dem runden Bauchkörper schon fast „echt“. Immerhin hatte ich damit mal eine reale Form, in die ich mich „setzen“ und die ich in die Hand nehmen konnte. In der Form lässt es sich übrigens ganz leicht mit einer Hand locker hochheben… das Gewicht ist erstaunlich niedrig – aber es geht sicher noch mehr!

PVC-Rohr-Boot

No risk, no fun.
Ganz bewusst spiele ich mit etwas Risiko, wie man bei diesem unfertigen Foto sieht, denn es ist sehr kurz. Erinnert fast eher an einen Science-Fiction-Sarg aus einem 70er-Zukunftsfilm. Aber wie gesagt, ich will es klein halten. In einer sehr groben Überschlagsrechnung sollte das Verdrängungsgewicht für mich und einen Rucksack ausreichend sein. Allerdings möchte ich die runden Teile – wie vorhin erwähnt – weghaben, zudem auch weil ihr Plastikgewicht etwas höher ist, die Spannung am Rahmen recht hoch ist und zudem es schon wieder ausufert – ich kenne mich ja. Also weg damit!

Die erste Alpha-Version des Bootes

Und landen damit bei diesem Entwurf. Auf die Bögen wird verzichtet, stattdessen kommt unten ein Rohr als Kiel-Erhöhung und zur Stabilitätssteigerung darunter. Das Ganze ist natürlich, wie man auch sehen kann, alles unfertig (speziell hinten) und nur provisorisch… aber es geht bereits in die Richtung, die ich suche. Mehr oder weniger ein einfacher „Kasten“ zum sitzen, mit einem abgerundeten, aufwärts gerichteten Heck und Bug. Das sollte eigentlich reichen. Zumindest will ich das erreichen.

Keine Ahnung von der Sache.
Ob das Ding kippt, stabil läuft oder eine völliger Reinfall wird, weiß ich noch nicht genau – auch ob die Länge in der Kürze wirklich ideal ist, denn länger heißt nicht nur mehr Auftrieb sondern auch mehr Spurlinien-Treue. Ich bin da noch am überlegen und recht am Anfang und warte mal einen Praxistest ab.

Das Rumpf-Skelett
Das Rumpf-Skelett

Eine erste Visualisierung mit zwei Sitzpölstern und einem Kartonpaddel, damit man sich das Ganze wesentlich besser vorstellen kann. Der Sitz sollte noch eine kleine Spur nach hinten (wegen den Beinen) und es fehlen hier noch drei Streben, die hier auf dem Bild in dem Moment noch mit Klebeband gelöst sind. So ein Trocken-Test tut gut, denn sogleich hat sich gezeigt, dass die zukünftige Einstiegluke deutlich größer sein muss, sonst bekommt man seine gealterten Beine mit ihrer Knickfunktion nicht hinein, auch ist es wichtig, dass man die Beine unterwegs aufstellen und abwinkeln kann – denn ein toter Bootsfahrer mit Thrombose ist ja doch allen Beteiligten am Ufer dann unangenehm. Wer räumt denn das dann weg? Aber das, was hier zu sehen ist… mit dieser Richtung kann ich etwas anfangen.

Ob das also so klappt, ob es kippt, zuwenig Auftrieb hat und wie es dann ausschaut, wenn eine LKW-Plane als „Bezug“ darübergestülpt wird… all das liegt noch im Dunklen. Zu zerlegen und wieder aufbauen, aber auch transportieren geht das ganze Zeugs recht leicht – denn es wird natürlich später das Gerüst statt mit Klebeband mit T-Muffen und Bändern bzw. Klammern fixiert.

Feuchte Träume trocknen schnell aus.
Und hier haben wir den ersten Stolperstein. Bekommt man so ein Abflußrohr bei jedem Baumarkt um 1~2 Euro (je nach Länge), schaut es mit Klebemuffen bzw. T-Stücken schlechter aus. Erstaunlicherweise, in drei Filialen gab es keine – ausgenommen einer und dort kostet ein einziges T-Verbindungsstück sage und schreibe 3-4 Euro. Ein Stück! Wie man an dem Entwurf sehen kann, fallen da doch deutlich mehr an – und damit würde das von mir selber vorgesehene Budget von 50 Euro für das Boot bei weitem gesprengt. Offen gesagt, lässt sich der Betrag aber sowieso nicht halten – es steuert eher auf die 70 Euro zu. Leider, aber das gehört zu so einem Projekt einfach zu. Ein Paddel fehlt blöderweise auch noch. Dafür hätte ich bei Gelingen ein selbstgebautes Boot, das äußerst langlebig bleibt, da sich alles um wenige Euro jeweils mit einfachsten Mitteln ersetzen lässt.

Aber gut. Man mag es nun nicht glauben, ich hätte auch selber nie damit gerechnet, dass ich eines Tages tatsächlich mal kleine Plastikverbindungsstücke im Sackerl für den Sanitärbereich ernsthaft über das Internet bestelle und mir noch dazu aus Deutschland kommen lassen. Denn bei dem spezifiziertem Händler kosten die Teile nur 1,07 € pro Stück und hier sind wir schon wieder im Spiel.

Die bisherigen Kosten.
Für die Rohre habe ich bis jetzt ca. 21 Euro ausgegeben (habe natürlich mehr gekauft sicherheitshalber), schlussendlich hoffe ich beim finalen Boot bei 15 Euro zu landen (der Rest wird als Lehrgeld verbucht), das Klebeband hat 10 Euro gekostet, allerdings sind da auch 50 Meter darauf und ich bin erst bei einem Viertel (und das mit viel Ausschuss noch dazu). Sitz und wasserdichte Tasche werde ich aus bestehenden Alltagsdingen bzw. Holz bauen, da findet keine Ausgabe mehr statt. Es fehlen also noch zwei Dinge – das ist eine LKW-Plane und eben die Verbindungsstücke. So Dinge wie Kabelbinder, Gurte und andere, kleine Ergänzungen kullern bei mir sowieso immer griffbereit herum. Bei der Plane werde ich bei Händlern direkt schauen und auf ein Schnäppchen hoffe und auf die T-Muffen warte ich zu Zeit erstmal. Ein Doppel-Paddel fehlt aber noch und eine Schwimmweste wäre ebenso vernünftig. Und außerdem möchte ich oben auch einen Spritzüberzug haben.

Erneut Schaumträume
Dann können wir zu Teil zwei schreiten – schauen welche Teile dauerhaft fixiert werden und was steckbar bleibt und dann wird ein solides Testgerüst zusammengebaut und provisorisch mit der Plane „belegt“ und verzurrt. Damit erfolgt der erste, reale Test auf Wasser, um die Stabilität, Tragfähigkeit und so weiter zu prüfen. Es würde sich leicht verlängern lassen mit einem zusätzlichen Mittelstück, im Falle des Falles – für die Verbindungen des Hecks und Buges sowie die runden Flächen vorne als auch die Verspannung des Bezuges mit Form (eventuell mit Zurrgurten und Nylonfäden für Rahmenflächen, davon habe ich etliche) muss ich mir noch etwas überlegen bzw. am „lebenden“ Objekt dann mal schauen.

Wäre das geschafft, würde ich mich der Plane widmen und diese passgenau zuschneiden, Scheuerstellen schützen, plan spannen und so weiter. Noch ist alles ferne Zukunftsmusik und es werden zudem noch einige Tage oder Wochen der Fehlschläge, des Scheiterns und so weiter ins Land gehen. Aber egal wie: ich WILL DIESEN Sommer mit meinem EIGENEN Boot durch das Wasser paddeln. Und es eigenhändig mit einer Hand in einer kleinen Tasche zum Wasser tragen können. Mein eigenes, kleines Reiseboot aus der Umhängetasche für neue Abenteuer. Ohne dabei zu schwitzen oder überall hängen zu bleiben… und auch nicht während der Fahrt von allen ausgelacht oder gar von einer Entenfamilie vor den Augen von fadisierten Touristen versenkt zu werden oder zu kippen und mit dem Fuß darin hängen zu bleiben. Eine ganz schöne Aufgabe, aber wie heißt es so schön? Jeder Mann sollte zumindest einmal in seinem Leben einen Baum pflanzen, ein Boot bauen und Kakao trinken.

So. Ich habe gesprochen. 🙂

Plakat: von Unbekannt [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons
SW-Foto: von Vbeer (Eigenes Werk) [CC BY-SA 1.0], via Wikimedia Commons

2 Kommentare


  1. Übrigens haben die Mythbuster in ihrer TV-Serie zu dem Thema „Überleben“ mal ein komplettes Boot aus ein paar Stangen und ansonsten ausschließlich aus Klebeband gebaut… und es klappte hervorragend: https://www.youtube.com/watch?v=MjL6WOgwzbY

    PS: Wildwasserfahrten oder Bäche mit Steinen, Strömung und Fällen sind mit meiner Konstruktion natürlich nicht geplant. Eher rumdümpeln und von A-Seite zur B-Seite eines Badesee zu fahren oder einfach mit leichten Wellen, Wind und Sonne zur mentalen Entspannung im Kreis ohne großen Sinn paddeln. Es sind ganz einfache Wünsche.


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