Schaumträume

Schon lange her eigentlich, dass ich geträumt habe. Das es ständig passiert, ist klar, aber das bewusste Abspeichern ist schon länger verschüttet – liegt aber sicherlich auch daran, dass ich im letzten Jahr recht gut gelernt habe, „ungute“ Dinge einfach nicht mehr so weit an mich ran zu lassen oder drücken wir es anders aus: sie anders zu verarbeiten. Und mich auch loszusagen.

Traumwelten

Ändert zwar nicht das ganze Leben (wer schafft das schon), aber zumindest ist die Mauer da ein wenig stabiler geworden und nicht mehr ganz so durchlässig gegenüber oberflächlichen Fluffis, die versuchen, sich da und dort in tiefere Schichten zu bohren.

Umso interessanter ist es aber, wenn dann eher unerwartet im alltäglichen – wobei man eigentlich allnächtlichen sagen müsste – Schlaf dann alte Träume und Begebenheiten auftauchen, die man eigentlich vergessen wähnte. Oder teilweise auch hoffte. Da sind sie ja wieder…

Angeblich verwendet der Mensch ja nur einen Bruchteil seines Gehirnes für die laufende Rechenaufgaben namens Leben und der Rest dient als Gedächtnisspeicher und als Ort der Verlinkung und Vernetzung der Vielzahl an Informationen, die man im Laufe eines Lebens sammelt und auch selber formt oder „verphantasiert“.

Und dass man in Wirklichkeit eigentlich alles bewusst und unbewusst speichert und in seinem biologischen Speicher – ob man will oder nicht – ablegt, allerdings sie dann auch fallweise bewusst oder unbewusst wieder vergisst… wobei es sich jedoch nur um die Verknüpfungen zur Information handelt.

Anders lässt es sich auch nicht erklären, dass Orte in den Träumen auftauchen, die ich zwischenzeitlich wieder komplett vergessen hatte (die mich aber früher schon sehr bewusst vereinahmten, also kein klassisches Déjà-vu, wo man fälschlicherweise glaubt, es schon mal erlebt zu haben) und nun aber plötzlich wieder in allen kleinen Details erneut auftauchen. Neue Menschen der Gegenwart bzw. nahen Vergangenheit darin und die selben seltsamen und auch unguten Begebenheiten, die diese Orte verursachen.

Warum sie gerade jetzt in den letzten Nächten auftauchen, überrascht mich, aber auch da wird es Gründe geben, die sich entweder noch zeigen oder später einmal erklärbar sind. Viel weniger überraschend ist hingegen der Ablauf, der eigentlich immer darauf hinaus läuft, dass ich zwar eigentlich ja bereits weiß, was passiert oder vor sich geht und man schon die Vorahnung im Sinne von Erfahrung spürt… aber dennoch nicht wirklich dagegen steuern kann.

Ich erinnere mich noch an einen Traum, der sich quer durch die Kindheit und Jugendheit des Lebens zog, oft mit Abstand von mehreren Jahren, um dann eines Tages wieder unerwartet aufzutauchen – in dem arbeitete ich sogar im Laufe dieser Zeit richtig intensiv und verbissen daran, auch mal in der Geschichte weiterzukommen, also sozusagen die nächste Türe zu erreichen. Das klappte zwar manchmal, manchmal auch nicht… und einige Male gab es jedoch auch Rückschritte. Immerhin taucht dieser spezifische Traum zumindest nicht in der aktuellen Liste der letzten Nächte auf.

Zudem stelle ich mir die Frage – abseits der Tatsache an sich – warum man sich eigentlich schlechte Träume soviel besser als Gute merkt? Jaja, ich weiß… menschliche Psyche ist so und das ist ein Klassiker, aber Träume sind ja die Verarbeitung solcher Situationen und Begebenheiten und bauen eigentlich diesen Effekt ab. Soweit zumindest die aktuellen Theorien.

So ad hoc könnte ich nämlich keine Erlebnisse der Gedankenwelt aufzählen, wo ich die Bezeichnung „Wuha! Nett.“ anhängen könnte… denn solche gibt es irgendwie nicht wirklich in meinem Speicher. Entweder es tauchen für lange Zeit gar keine Erinnerungen an sie auf oder sie sind recht harmlos und so belanglos, dass ich sie schon nach wenigen Stunden vergessen habe.

Zudem drehen sich die wenigsten Träume um wechselnde Emotionen oder Situationen an sich, sondern folgen stets den relativ identen Spuren und gleichem Fokus, nur eben mit unterschiedlichen Orten, die zumeist eine Wohnung oder ein Gebäude darstellen. Das fordert. Ist anstrengend. Und langwierig.

Ein paar fluffige Schaumträume wären mir zur Abwechslung mal wieder lieber. So das Schokoladenland wäre nett (noch nie geschafft, von so Etwas wirklich zu träumen) oder auch eine Reise oder ein sonstiges, spannendes und schönes Abenteuer im Super Nintendo-Style. Passiert nie, die bewegen sich zumeist und dummerweise eher im herkömmlichen und etwas realistischeren (visuellen) Sin City-Flow.

4 Kommentare


  1. geht mir auch so. interessant, was das gehirn so speichert , bzw die psyche aufarbeiten muss…. ich befinde mich immer wieder in den gleichen gebäuden. und frag mich jedesmal warum gerade dieses, immer wieder….. oder manche leute, die da vorkommen… einer meiner albträume übrigens: ich steig aus der straßenbahn aus, aber mein kind ist noch drinnen – horror! 😉


    1. Alles was wir träumen sind Teile von uns. Also wenn du zb träumst dass du an einem See stehst, dann ist der See ein Teil von dir. Da kann man dann in verschiedene Richtingen denken: Tiefe oder so. Die Fragen wären dann eben ob der See tief war oder seicht, hell oder dunkel usw. (Das nur als Beispiel) Das Kind in dem Traum bist demnach du selbst,also ein Teil von dir.Das Kind in dir 🙂


  2. @ tofugotchi: ja – das kind in mir , möcht ich unbedingt mitnehmen.. 😉
    @zitronenfalter: so manche leute hätten mir das kind gerne aus der hand gerissen – weil es so süß war!!!

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