Mein eigenes Blog-System

Schon alleine der Titel sollte eigentlich anders heißen und meine eigenen Worte strafen, denn von einem System bin ich Lichtjahre entfernt… aber wer mich kennt, der weiß, dass ich schon seit jeher gerne über die ganzen Blog-Lösungen und Co. jammere, nie zufrieden bin und immer davon schwärme, mir irgendwann mein eigenes System zusammenzustoppeln. So auf ganz minimal, einfach, schlicht und ohne Ansprüche und weil wir dann alle glücklich im Ponyland leben.

Eigene Blog Engine

Also etwas, dass man da draußen im weiten Netz schon alleine deswegen nicht findet, weil es zu einfach ist und sogar manchen Minimalisten zu wenig Substanz bietet. Oder jeder, der auf meinem Niveau unterwegs ist, schämt sich dann dafür und redet nicht laut darüber – denn wir reden hier schließlich über 2. Klasse Volksschulen-Niveau der Erstellung einer eigenen Blog-Lösung – und knallt lieber den Kopf auf den Tisch über die Naivität. Und genau deswegen bastle ich mir gerade so etwas. Sozusagen eine DUPLO-Blog-Engine, mehr kann ich nicht. *juhuuu*

Kurz davor sogar noch etwas nachgedacht, im Forum darüber auch ein wenig darüber philosophiert und geärgert und anschließend schnell zusammengetippt, steht das Teil nun nach ca. zwei Stunden verschreiben, ärgern, fluchen, an sich selbst zweifeln und frech woanders ablesen. Wenn es für so etwas Tutorials gibt, dann ist das Ergebnis meiner Fähigkeiten ca. auf der Seite 2 in solchen Büchern zu finden mit der Alterskennzeichung 3+, aber hey… es funktioniert.

Eigene Blog Lösung

Es gibt eine kleine Config-Datei, in der die Datenbank-Details, Blogname, Autor, Logo, Style und so weiter definiert werden, eine Frontpage, die die letzten ~5 Beiträge mit Teaser ausspuckt, eine Archiv-Liste mit allen Beiträgen in der Übersicht und eben eine Beitragsseite mit dem vollständigen Artikel.

Das Ganze wird mit Markdown on fly geparst (das ist die Textgestaltung mit fett, kursiv,…), was durch die kleine Frontpage und den Einzelartikel kein Problem bei den Ressourcen darstellt und damit behalte ich mir auch vor, jederzeit die Texte auch anderweitig verwenden zu können – sprich aus der Datenbank zu exportieren und mit Anpassung woanders wieder einzubinden.

Und dann gibt es noch ein Backend, also sprich eine Administration, wo ich genau vier Dinge machen kann: alle Beiträge in der Übersicht sehen, Beiträge editieren oder löschen und einen neuen Beitrag schreiben. Aus. Mehr kann man nicht tun und mehr brauche ich auch nicht. Bilder werden via kleinem Skript hochgeladen und die Verknüpfung dazu wird im Markdown-Style zum Einfügen in den Text ausgespuckt.

Und das war es eigentlich schon wieder. Es funktioniert, es klappt und was will man mehr? Ein paar kleine Todos gibt es noch, zum Beispiel muss ich mir erst die Datenbank-Abfragen auf Absicherung durchschauen, Umlaute und Sonderzeichen filtern und für das Schlagwort möchte ich auch noch eine Selektion der Texte basteln – und ein Draft-Funktion (einfach via eigenem Schlagwort). Kommentare folgen entweder extern oder händisch via Email (habe ja generell nur wenige in meinen Blogs und mit meinen Larifari-Texten).

Fluffige 18 KB sind die paar kurzen Skripte bzw. Dateien (mit Kommentaren darin) zusammen bisher groß, mit dem Markdown-Parser sind es 55 KB. Das gefällt mir natürlich gut. Noch dazu entfallen theoretisch irgendwelche Updates und so weiter und dadurch, dass das Backend via .htaccess geschützt ist, ist es auch eher ruhig dort und ich pfeife auf komplizierte Login-User-Bla-Geschichten.

Und weil so wenig Substanz an „Blog“ generell da ist, lässt sich das Ganze dann herrlich mit CSS schön formatieren und darstellen – vor allem auch Smartphone-tauglich machen nach dem Mobile-first-Prinzip, denn WordPress am Handy ist schon manchmal ein bissl mmrruuahhrrmmm zum Editieren von Texten.

Und dann… jaaaaa, daaaann werde ich davon schwärmen, meinen Blog hier auf mein eigenes System umzustellen, damit hadern, unsicher sein, frustriert über meine mickrige Leistung und Selbstzweifel auftauchen, ob das wirklich eine gute Idee ist und mache ich damit viel Arbeit kaputt und der Aufwand und wenn man dann zurück will und was ist, wenn ich wo Fehler habe mit Sicherheitslücken und kann ich das überhaupt, stirbt der Webserver oder der GoogleBot womöglich…?

Und dann lasse ich es wieder bleiben. Ich kenne mich ja, aber dieses Mal mache ich das Teil zumindest mal fertig. Anlauf Nr. 23. *räusper*