Eigentlich…

…wollte ich ja hier Fotos vom letzten kollektiven Wochenende heute reinstellen und ein paar Worte dazu tippen und erzählen – nämlich von einer Art von Erdbeertasche im Schlafrock gewissermaßen, aber ich musste heute feststellen, dass die Fotos von dem Backwerk inklusive den Vorbereitungen einfach nur katastrophal geworden sind.

Kakteen

Verschwommen, verwaschen, zu dunkel und vor allem: nichts zu erkennen. Nun gut, man lernt ja nie aus und ich weiß damit, dass ich zukünftig gleich von Grund auf, auf eine Dokumentation dessen verzichte. Es ist zudem eh feiner, wenn man den Alltag ohne dem blöden Handy-Smartphone-Ding vor der Nase erleben kann. Beruhigt auch irgendwie die Seele. Stattdessen seht ihr hier (abermals) ein Foto von Kakteen.

Ich habe ja irgendwie beschlossen, dass ich generell auf Kakteen umsteigen werde. Diese ganzen Ficus-Bäume und Co. sind schon nett und mein Avocaden-Bäumchen dümpelt auch friedlich vor sich hin und tut alles, nur nicht weiter wachsen und das Drachen-Was-auch-Immer-Dingsbäumchen leidet so wie alle zuvor bereits an Ausschlag und weißen Ablagerungen, wo ich erst unlängst feststellen musste nach einer Recherche, dass es sich hier nicht um pflanzliche Rückstände handelt, sondern um die von einem Tierchen, das sich Wolllaus nennt.

Gesehen habe ich die kleinen Fluffis noch nie direkt, aber da sind sie und rauben schon den dritten Drachenbaum – trotz aller Gegenmaßnahmen. Die anderen Bäume verlieren ihre Blätter nach Lust und Laune durch das Einheizen, Wetterumschwung, zuviel oder zuwenig Wasser und irgendwie steht immer ein Ding in der Gegend rum, das gerade leidet.

Als Jugendlicher hatte ich von Kindheit an zwei Kakteen, einer davon segnete erst vor einem Jahr das Zeitliche und hat mich durch dick und dünn begleitet. Also war ausnahmsweise mal eine treue Seele über weit mehr als ein Jahrzehnt hinweg, eigentlich sogar länger. Und da will ich wieder hin. Wenig Aufwand, unkompliziert, trotzdem auch schön und auch wesentlich portabler und nicht so überempfindlich gegenüber Katzenbisse, Heizungen, Zugluft und so weiter.

Aber man braucht halt Viele natürlich, um das fehlende Grün in der Wohnung dann auch wieder besser zu kompensieren. Deswegen werde ich jetzt jedesmal, wenn ich beim Ikea bin, mir um 4 Euro so eine kleine Schachtel mit drei kleinen Kakteen schnappen und die Wohnung damit bepflastern. Könnte schlimmer sein, oder? Ist irgendwie harmlos und solange man nicht im Dunklen rein greift, sind es unkomplizierte Mitbewohner.

Ja, eigentlich bin ich jetzt vollkommen abgedriftet und wollte ganz andere Dinge schreiben, so über Zukunft und Alltagsfrust und Miniatur-Freuden, aber irgendwie fehlt mir gerade der Antrieb für solche komplexen Texte, die man immer wieder niedertippt und sie dann aber so verpackt, als würde man gerade etwas völlig Neues und sehr Gewichtiges sagen, was natürlich in 99% der Fälle nur eine Wiederholung der Wiederholung ist… denn… was soll man denn schon sagen?

Das Leben ist schwer (wissen wir schon), das Leben fordert Tribute (Überraschung!), manchmal ist es zuviel und manchmal zuwenig (ah geh?!), wo ist die große Karriere geblieben (heul doch) und warum hat man das so in den Sand gesetzt (wir zerfließen alle im Selbstmitleid)… wenn hingegen etwas gut klappt in Blogs, dann ist es Jammern (nervt alle) und sich freuen ist aber noch fataler, weil das kann auch wieder niemand ausstehen und die reagieren mit Missgunst. Die Gesellschaft auf einen Satz niedergebrochen.

Kakteen

Schaut, noch ein Kakteenfoto. Sind eigentlich Kakteen in der Wohnung etwas Freundliches oder ist das Tiefenpsychologisch gleich wieder „Abwehr!“ und „Rückzug“ und die „Sehnsucht nach Wertigkeit und Beständigkeit“ und ähnlicher, nicht aufgearbeiteter Frust aus der Kindheit? Wahrscheinlich – da gibt’s sicherlich auch ganze Bücher darüber, aber sind ma uns ehrlich… ein Kaktus ist ein Kaktus und ein Katzenstreu-Bröserl auch nur ein Bröserl. Man muss mal auch das Grünzeug im Dorf lassen.

So, wo war ich? Ach ja. Selbstverwirklichung. Ich bin ja geschickt und weiß, dass bei technischen Einträgen hier niemand so gerne mit liest, weil wozu auch? Erstens kann keiner was damit anfangen und zweitens bringt einem das Lesen dessen auch nichts wirklich aus Eurer Sicht. So Larifari-Blogeinträge wie den hier – mit einem lieben, fluffigen, blühenden Kaktus und einer verschwommenen Holzkatze am Anfang und lockeres Geschwafel über das Leben, das eh bei uns allen gleich läuft – na, das hingegen liest man gerne und es ist einfach.

Sozusagen die lockere Schonkost so nebenbei, die man auch unterwegs mal eben am Handy konsumieren kann, ohne dabei jetzt viel Nachdenken zu müssen. Ja, stimmt ja und geht mir genauso. So die schwere Arbeit des Lesetages, wo man sich tatsächlich konzentrieren muss und verstehen möchte, was denn da jetzt eigentlich wirklich so steht, das gelingt mir auch immer nur so Lichtblitz-mäßig für wenige Sekunden – entweder ich bin dann gefesselt oder es ödet mich auch gleich wieder an. Und meistens ist es ja Zweiteres.

Naja, um den langen Gedanken in einen kurzen String zu verwandeln, lass ich hier dezent einfließen, dass es mich soooo unglaublich glücklich machen würde (nein, keine Angst, das Frustpotenzial des Alltages ist groß genug, damit es mir weder besser noch schlechter als Euch geht danach, also keine Angst vor verschenktem Potenzial Eurerseits an mich), wenn ihr so zufällig den Link hier anklicken würdet, genau DEN HIER und zum Beispiel beim ersten Eintrag einfach ein Kommentar schreibt. Ich will nämlich wissen, ob das Mikroben-Monster, das ich da mit zittrigen Fingerkuppen getippt habe, auch Alltagstauglich ist, bevor ich mich durch einen Umstieg auf mein eigenes Werk selbst digital vernichte. Dankeschön – ich weiß das menschlich irgendwie vermutlich natürlich sehr zu schätzen.

Käsekuchen. Ansonsten bleibt eigentlich nicht viel Substanz, außer, dass der Florian, das ist so ein kluger, junger Kopf, der sehr viel über Astronomie weiß, mal eben erklärt hat, dass die Erde durch Kometenstaub und Stückchen, die vom Weltall auf uns herabrieseln, trotzdem nicht schwerer, sondern eigentlich eher leichter wird (oder zumindest gleich bleibt). Hättet ihr damit gerechnet? Meine alten Was ist Was-Bücher hatten das anno dazumal ja noch ganz anders dargestellt, aber ja… so gehen ganze Bastionen des Kindheitswissen den Abhang hinunter und gelten als verloren und werden völlig neu definiert.

Ach ja… wenn wir schon bei Staub, Haaren und damit Diabetes-kranken Katzen sind, auch so ein brennendes Thema, das ganz viele Menschen interessiert, weil sie durch ihre Haustiere Selbstbestätigung und Gesellschaft bekommen, die sie sonst nicht so leicht und beinahe bedienungslos bekommen würden und deswegen diese Themen in Blogs und Foren so lieben – ja, dann muss man leider sagen, dass der Status eher unverändert ist beziehungsweise die Dosis wieder erhöht wurde und es sich jetzt mal auf das bestehende Niveau einpendeln muss. Eine Herausforderung, aber der Fresswahn der letzten Woche war tatsächlich zuviel des Guten – sowohl für die Katze, als auch zugegeben für mich. Da kippt schon manchmal die Vernunft und Stimmung auf beiden Seiten und ein Leiden ist da natürlich auch dabei – denn da kann man den unbändigbaren Wahn und Trieb in allen Formen hautnah erleben.

Immerhin hat der Tierarztbesuch dieses Mal nicht in einem Blutstropfen-Massaker geendet wie zuletzt, wo das Blut zwar überall war, nur nicht im Röhrchen, sondern es war sogar richtig unkompliziert (dank kleiner Bestechungsleckerlis von drei Seiten und Schwitzkasten). Und worauf wollte ich eigentlich hinaus?

Ein Daumen

Aso, genau, falls sich jemand noch sehr dunkel an die alte Zeit in einem der ganz früheren Blogs vor vielen Jahren erinnern kann – so quasi die Urzeit der Digitalität – der weiß unter Umständen noch, dass ich tatsächlich mal Ameisen im Hause hatte. Also gewollt und nicht mit einer Spur über den Esstisch und am Kühlschrank vorbei, sondern in einem sogenannten Formicarium (für Newbies: ist sowas wie ein Terrarium, halt meistens recht flach und an Ameisengröße angepasst).

Hand auf’s Herz, wer von Euch hat übrigens gewusst, dass eine Ameisenkönigin bis zu 28 Jahre alt werden kann? Wusste ich es doch. Nein, das sind nicht nur einfache schwarze Gatsch-Fluffis, auf die man im Sommer drauf steigt, weil sie gerade ihre Flugtage haben und lästig sind, sondern das sind so richtige, kleine, echte Fluffis, die sogar älter werden als Hunde, Katzen oder der Nachbar mit der Zigarette und der Bierdose sowie dem Autoschlüssel in der Hand. Und wir steigen meistens einfach drauf. Also auf die Ameisen, der Nachbar ist da leider zu groß dazu.

Na, kurz und gut – über ein Online-Eck des kollektiven Austausches (nennt sich Forum, hey, sowas habe ich auch bitte) landet in wenigen Tagen ein kleines Reagenzglas in meinem Postfach. Darin eine Königin und ein paar Helferchen. Die landen dann in einem kleinen, kubischen Terrarium (Ikea-Plastikbox um 0,99€) und nein, das ist nix Exotisches, sondern es handelt sich um Lasius Niger, also die kleine, süße schwarze Wegameise, die man zu Millionen da und dort bei Wegen, Wiesenränder und so weiter eigentlich überall finden kann. Warum ich das annehme weiß ich auch nicht, vor allem liegt mein Fokus zur Zeit und dauerhaft für den Rest ihres Lebens auf meine fluffigen Fellkugeln, die einem in verschiedensten Formen die Haare vom Kopf nagen, aber ich konnte den Vorschlag irgendwie nicht ganz abwehren und der Aufwand ist eher im Kakteen-Bereich anzusiedeln und Tierarztbesuche fallen da auch weg. Aber darüber schwafel ich ein anderes Mal hier.

Weiß noch jemand, was ich ganz am Anfang geschrieben habe? Echt? Ich nicht, deswegen musste ich gerade nachschauen – aja, Erdbeeren im Teig. Ich versuche ja mal wieder meine schlanke Linie zu bewahren und den Miniatur-Bauch, der sich abermals im Winter angesetzt hat, erneut wegzuhungern weg zu essen (schreibt man das auseinander?), indem man sich vernünftig ernährt und nicht völlig blind Vitamine, Früchte, Obst und Gemüse in sich stopft und dann am Schluss aber auch noch Schokoriegel und Kakao… völlig sinnlos natürlich, denn dadurch haut man sich ja alles wieder zusammen.

Deswegen belasse ich es bei Kakao und gut ist es. Kluger Kopf, nicht? Wo ist das Insulin?

Gut. Ich denke, ich habe genug geschrieben, um zumindest ein paar wenige Minuten Eures Lebens einzufordern und damit nachher angeben zu können (man liest mich wirklich) und habe dezent DIESEN LINK in Eure Gehirn getrommelt, damit ihr Testkaninchen auch spielen dürft und zudem habe ich dezent mit dem Finger von hinten durchs Auge ein wenig Alltagsschmafu losbekommen. Eine Win-Win-Situation, oder?

Ihr freut Euch, dass ich nicht gerade mit Badeschlapfen auf den Malediven spaziere und Euch unterreibe, wie toll mein Leben ist – also sprich die Facebook-Pest – und ich freue mich, dass ich mich da nicht extra verstellen muss und Euch ein Kaktus-Foto sogar sinngemäß präsentieren kann, um damit meine Unfähigkeiten beim Fotografieren von Erdbeer-Teigtaschen zu kompensieren. Und gebt jetzt ganz ehrlich zu, ihr wisst gar nicht mal mehr jetzt, dass der Kern hier eigentlich weder die Ameisen noch der Link waren, stimmts? Eigentlich waren es die Wolläuse auf der Pflanze, aber ist nicht schlimm. Ich bin da nicht böse, weil es mir ja selber auch so geht.

So, dann stöpsel ich die Tastatur jetzt wieder zu, damit sie nicht ausläuft, denn für heute reicht das digitale Niederschreiben wieder. Und wer Fehler findet, darf gleich mit ihnen Gassi gehen und sie adoptieren. Und falls sich jemand über den Daumen da auf dem Foto wundert – ich hab mir gedacht, noch ein Kakteen-Foto wird jetzt langweilig, deswegen habe ich halt einfach meinen Daumen fotografiert. Ja.

Nah, brauchst nicht scrollen – da klicken geht auch. Bitte dort Test-Kommentieren. Danke, Testkaninchen lieber LeserGenderIn!

3 Kommentare


  1. puaaaah – geiler text. und vor allem das daumenfoto 😀 😀 😀 ich meine das ernst!
    kakteen und katzen – wie sich das verträgt versteh ich immer noch nicht.
    mit den fehlern gassi gehen – wieso wo ? fehler? nie gesehen!!! (weil die armen schweine die ihre hunderln bei jedem!!! wetter aus der 1 1/2 Zimmer- Wohnung gassi führen müssen tun mir ja echt leid.
    nur so nebenbei: was mich hier stört ist, dass ich, aus welchen gründen auch immer, nicht einzelne stellen markieren und ausbessern kann, sondern nur mit der zurücktaste hingehen kann……


  2. und ja – verschwommene katzenstatuen sind angenehmer als technisches. warum glaubst sind 99 % aller fb-postings katzen und hundefotos und videos….. und nicht die wirklich wichtigen dinge…


  3. schad um die ameisen… echt jetzt. um die nachbarn wär´s nicht..

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