Weihnachtsfrieden

Stille da draußen und hier. So wie immer streift mich in einem unpassenden Moment eine kleine Verkühlung, die mich etwas schwächt, wobei das nicht nur an dem extrem wechselhaften Wetter liegt – mal minus drei und dann wieder plus 14 Grad- sondern auch, dass noch einige Sachen im beruflichen und sozialen Leben nicht ganz ausgearbeitet sind, nachwirken und fordern. Das futtert ein wenig an der Schale, die einem schützt, aber ich bin zuversichtlich, dass der Ausklang des Jahres langsam wieder in ein ruhiges und gutes Fahrtwasser führt – losgelöst und abgesprengt von diesem eher etwas zermürbenden Jahr 2014.

Momentan arbeite ich nebenbei vieles an altem Material auf, denn nicht nur, dass ich den alten Blog mit all seinen Beiträgen nun komplett gelöscht habe (also die Inhalte vollständig aus dem Netz genommen), entdecke ich in alten Ordnern sehr alte Blogbeiträge von mir, von denen einige mittlerweile bereits fast 10 Jahre alt sind. Amüsant, seltsam und sehr vertraut, weil man ja doch noch irgendwie einfach mitflüstern kann bei jeder Zeile…

Auch nütze ich die Tage aktuell mit etwas Sonne zur Zeit, um wieder meine eigene Stadt zu entdecken, ein wenig zu spazieren und auch mal ein kleines Frühstück da und dort zu genießen. Banal, oder?

Während ich hier im Blog also wieder ein wenig auf die Muse warte – bis sie mich küsst und ich auch die Ruhe in mir finde – schraube ich weiter an meinem neuen Forum herum. Auch wenn die Sinnhaftigkeit außer Frage steht, denn die ist nicht vorhanden, ist die Freude über das „haben“ dennoch einfach da.

Zumal ich mich übrigens auch entschieden habe, Zwischendurch-Sachen wie Youtube-Videos und so inhaltliche Follow-up-Dinge wie das Ridge-Board, das ich nun unter meinen Füßen habe, eher dort zu publizieren.

Denn sonst steigt mein Gefühl wieder, dass ich den kleinen Blog hier sozusagen zuspamme mit irgendeinem Klickiklick-Inhalt, der mir ja eigentlich viel zu bunt und chaotisch ist… das Forum sehe ich also sozusagen als meine Ausweichmöglichkeit für Allerlei-Blödsinn, während hier beim Honigtropfen etwas mehr Seriosität wirken sollte. So der Gedanke hinter dem Ganzen.

Mein alter Blog, den ich jetzt gelöscht habe, hat mir das nochmal verdeutlicht – vermutlich würde ich die Hälfte der dortigen Einträge nicht mehr im Blog selber publizieren, weil der inhaltliche Mix zwar meiner Seele entspricht, aber zugleich auch die Abgrenzung zwischen der verspielten und der „erwachsenen“ Seite in mir erschwert. Nicht, dass das notwendig wäre, aber mir selber tut es merkbar gut, wenn ich online zwei verschiedene Spielwiesen habe, die ich inhaltlich sozusagen völlig unterschiedlich pflegen und füttern kann – ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben. Der alte Blog fühlte sich nicht nur wegen der falschen Mitleser und Interpretationen nicht mehr gut an, sondern auch wegen den Inhalten, die sich im Laufe der Zeit verändert hatten.

Deshalb gilt hier mehr geschriebenes Nachdenken über das Sein und die umgebende Landschaft der Alltagswelt in meiner Lebensblase, da drüben im Forum stattdessen mehr Nerd-Kinder-Flow und quietschfarben-Smilies als seelischer Ausgleich.

Ich freue mich naturgemäß, wenn ihr immer wieder mal auch drüben einen Blick riskiert, denn die Chancen, dass dort jeden Tag was Neues auftaucht sind durchaus recht groß – auch wenn es langfristig trotzdem recht einsam bleiben wird… das ist merkbar. Foren sind irgendwie tatsächlich recht verloren und aus einer anderen Zeit und neue User finden sich kaum bis gar nicht.

Ach ja… Weihnachten rollt ja auch heran. Dabei habe ich es noch nicht einmal zu einem Weihnachtsmarkt geschafft, allerdings ist mir dafür auch schon der emotionale Bedarf irgendwie abhanden gekommen. Ganz im Gegenteil: der Plan ist eher eine ruhige Woche zu durchleben, fit zu bleiben und bewusst zu leben. Und bei Euch so? Wie verbringt ihr diese „festlichen Kommerz-Tage“?

4 Kommentare


  1. Ok. Also im Moment mit unheimlicher Leere und Stille nach viel Lärm und Stress im Arbeitsalltag. Monatelang lechzt man nach Pause. Wenn sie näher rückt, kommt ein Hauch von Freude auf. Wenn sie da ist, merkt man, dass man aufgefressen ist von diesem Alltag und nichts, aber auch gar nichts, von einem und für einen selbst über geblieben ist.
    Schlimm ist die Leere und Stille, wenn man aufgefressen da sitzt.
    Schlimm ist die Stille und Leere aber auch, wenn es rundherum laut und voll ist. Da wird´s wirklich unerträglich.
    Wann ist ein Fest bzw Festtag? Wenn es im Kalender so steht? Wann feiert man wirklich? Wenn man viel isst und trinkt und laut unter vielen anderen Lauten ist?
    Nein. Es muss einem der Sinn nach Feiern stehen. Und das tut es ehrlich gesagt selten. Soweit ich mich erinnere waren meine schönsten Feste solche, die nicht im Kalender standen. Und: manchmal haben die anderen gar nicht gemerkt, dass ich ein Fest feiere. 😉


  2. Ich – bööööhse Dante. B-D

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