Ich fühle mich lebendig

Nur gerade nicht. Momentan bin ich eigentlich wütend. Sauer und angefressen. Dass man einen Job hinter sich lässt, abschließen will und sich neu ausrichten will. Dass man es langsam schafft, seinen Kopf abzuschalten, Abstand zu gewinnen, Menschen zu vergessen und Inhalte aus seinem Kopf streicht. Einfach um seine Ruhe, seinen Frieden und sein Leben wieder zu haben.

Frei leben - nicht möglich.

Stattdessen wird man unerwartet mit irgendwelchen unnötigen Nachrichten aus der dunklen Zeit sogar in Feiertagszeit eingeholt, weil das Ego von Menschen anscheinend so klein ist, dass sie sich nicht anders helfen zu wissen, als ihren Frust und ihr fehlendes Selbstwertgefühl Anderen umzuhängen – um vor sich selber fliehen zu können. Ruinieren sich und ihr eigenes Leben damit immer wieder auf’s Neue. Und können anscheinend nicht anders.

Für mich bedeutet das Kontakte sperren. So leid mir das tut und so schade es auch ist, Menschen, gegen die man eigentlich gar nichts hat, aus seinem Leben zu streichen – die man aber einfach weder erneut sehen, hören oder sonstwie mit ihnen zu tun haben möchte… und sei es aus Selbstschutz.

Das Jahr 2014 war bisher mental eines der Mühsamsten überhaupt, sogar vergleichbar mit der dunklen Schulzeit, die ja nicht gerade zu den Highlights meines Lebens gehört und durchaus tiefe Spuren hinterlassen hat. Aber der Kratzer jetzt ist auch tief genug und er macht mich mittlerweile nur mehr sauer, reizt mich. Abstand muss also sein und tut gut.

Schon alleine aus Trotz. Manchmal muss man Dinge hinter sich lassen und begraben, die man eigentlich lebt und ein Teil von ihnen war. Sich neu finden und neu geboren werden. Mental. Um zu leben und diesen ganzen Frust, der in dem einmaligen Leben völlig unnötig und immer wieder einschlägt, nicht mit zu schleppen und sich dabei kaputt zu machen.

Denn ich werde nicht jünger und die Zeit die man für sich in dieser einen, bewussten Existenz mit Atmen, Herzschlag und Gefühl hat, wird auch von Tag zu Tag kürzer und kürzer. Und irgendwann muss man sich ja auch frei und unbeschwert freuen können. Etwas, das gerade wieder nicht klappt. Und ich weiß mehr denn je: mit verwobenen Menschengruppen ist das einfach nicht möglich. Ganz im Gegenteil. Die karge, ruhige Weite da draußen und im restlichen, langjährigen Freundeskreis tut schon gut und ist richtig so. Denn dort sind dafür auch die paar wenigen Menschen zu finden, bei denen ich mich wohl fühle. Egal ob dabei im Wald, im Schnee, auf der Anhöhe mit Weitblick, am Sofa oder in Gedanken.

Dazu bedarf es oft auch nicht mal vieler Worte, sondern einfach den gemeinsamen Augenblick, das gemeinsame Einatmen und der Blick in die Landschaft.

Fuck nochmal. Ich will doch nur meine Ruhe.

1 Kommentar


  1. manchmal ist´s wirklich notwendig leute, dinge, vorhaben, usw hinter sich zu lassen, um nicht schaden zu erleiden. aber nicht immer muss man das indem man gleich völlig das areal wechselt.
    manchmal genügt es mir z b dem einen oder anderen kollegen ein trockenes guten morgen zu sagen und ihn sonst „angelehnt zu lassen“. und ganz ehrlich : im einen oder anderen fall ist´s auch ganz gut kalte schulter zu zeigen und damit zu spielen, so hat man die chance sozusagen der gewinner der situation zu sein.
    „ihr wolltet mich mobben? Gerne, ich spiel das spiel mit und mach´s öffentlich. ui – du bist in deine eigene grube gefallen? na das tut mir jetzt aber leid…“ 😀
    „die zusammenarbeit ist in die hose gegangen, aber ich kann dir leider nicht aus dem weg gehen? tja, wirst du mir halt aus dem weg gehen müssen!“
    „ihr verlangt von mir etwas, was mir eventuell schwierigkeiten eintragen könnte? ja eh, ich von euch auch. 🙂 geht nicht ? na dann- gibt´s ab jetzt dienst nach vorschrift.
    und: ´s sind alle nur menschen. und menschen bestehen nun mal, pardon, ich muss das so schreiben, auch wenn´s unartig klingt, aus arsch, arschloch, fresse, nur einem kleinen teil gehirn, der zum denken und fühlen beauftragt ist, und kulleraugen die größer werden, wenn die eigenen wünsche nicht erfüllt werden.
    somit wünsche ich dir einen geruhsamen abend1 😉

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