Outdoor-Marken-Hopping

Wie schon einmal erwähnt und gesagt, bin ich zur Zeit dabei, mir Stück für Stück eine „Outdoor“-Ausrüstung zuzulegen. Etwas, das ich nämlich schon lange vor hatte und mich auch bei jeder Wanderung immer wieder auf’s Neue nervte beschäftigte. Bei der einen Wanderung schwitzte ich mich knapp zu Tode, bei der Anderen fror ich unentwegt, bei der Nächsten hatte ich viel zu viel mit, aber nicht das Passende, ein anderes Mal kam ich am Oberkörper patschnass vom Regen zurück, das nächste Mal dafür wiederum mit Socken, die so nass waren, als würden sie zu 80% aus Wasser bestehen – inklusive Grippe.

Kurz und gut, ich hatte also schon sehr lange vor, diesem Dauer-Dilemma der letzten Jahre endlich ein Ende zu setzen, konnte mich aber irgendwie nie ganz dazu überwinden. Denn schließlich hasse ich Sport-Geschäfte, sie widern mich irgendwie an und zudem finde ich dort sowieso nie Etwas – einerseits kann ich mir die „guten“ Dinge nicht leisten, auf der anderen Seite sind die meisten Konfektionsgrößen für kräftige und sportliche Menschen ausgeformt… nur bin ich leider für die meisten Jacken und Hosen zu dünn an den falschen Stellen, ich entspreche auch nicht der Cornetto-Figur mit kräftigen Schultern, noch laufe ich breitbeinig durch das Leben… und all das ist in Sportgeschäften in der Herrenabteilung anstrengend, mühsam und schwierig.

Dass ich mich aber vor einiger Zeit doch dazu durchgerungen hatte, ein wenig erspartes Geld in die Hand zu nehmen und mir (teure) Regenstiefel zu leisten, hat irgendwie plötzlich nun von Einem in das Andere geführt. Ein kleiner Zufallsausflug in ein Sportgeschäft endete unlängst nämlich damit, dass ich recht glücklich und ungeplant mit einer Jacke in der Hand aus dem Laden spazierte, die nicht nur windfest ist, sondern auch wasserfest und endlich dem geliebten Regen so richtig trotzt.

Zudem verfügt sie über ein herausnehmbares Innenfutter in Form eines (sehr, sehr wärmenden) Fleece-Sweaters, den man auch ohne Jacke tragen kann, die Kapuze lässt sich über Druckknöpfe praktischerweise ablösen und ohne dem Fleece-Innenteil lässt sie sich auch bequem bei relativ warmen Wetter ohne Schweißausbruch tragen. Und übrigens – die Jacke ist eigentlich aus der Frauen-Abteilung, aber da sie fast alle relativ stark unisex geformt sind, fällt das somit nicht weiter auf. Die schmälere Passform macht das Tragen gleich angenehmer.

Leistbar? Ja, denn genau diese Jacke war gerade im Abverkauf und somit um zwei Drittel verbilligt. Sehr fein. Und es ging aber dann gleich weiter, denn kurze Zeit später folgte eine Hose, die ich schon länger im Auge hatte… ebenso stark verbilligt im Räumungsverkauf. *Freude*

Eine klassische Wanderhose, aus dünnem, luftigen und trotzdem auch wasserabweisenden Material, sogar unverhoffterweise mit abzippbaren Beinen, damit ist sie auch im Sommer sehr funktional und mir sympathisch – auch lassen sich die unteren Beinteile seitlich aufzippen bis zur Hälfte – damit kann man sie auch über die Regenstiefel und dergleichen tragen. Das Material trocknet sehr schnell, wenn man mal in den Regen kommt und das Gewicht der Hose ist leicht und zudem gut packbar.

Einen Allrounder-Wander-Rucksack der sportlichen, leichten Form mit Rückenverstärkung und Belüftung besitze ich schon länger, ebenso damals im Ausverkauf stark verbilligt gekauft und heute ist mir dann auch noch eine klassische, große, sehr leichte Thermoskanne aus Edelstahl – ebenso im aktuellen Wühlkisten-Auswurf – um wenige Euro in die Hand gefallen.

Zwar ist der Marken-Mix nun perfekt, denn andere Menschen schwören nur auf komplette, uniforme Kleidungs-Sets der diversen Anbieter, ich hingegen trage jetzt fünf verschiedene Hersteller an meinem Körper, aber was soll’s? Ich bin jetzt Regen-, Wind-, Winter-, Sommer- sowie Herbst- und Frühjahrfest. Dem entspannten Wandern und Hunde-Walken steht auf jeden Fall nichts mehr im Weg und auch dieses Kapitel kann damit abgeschlossen werden. Endlich! Ich brauche für solche Dinge nämlich immer Jahre oder noch länger… warum auch immer und im Gesamten sind es mit Schuhen, Jacke, Hose, Rucksack plus Thermoskanne unter 300 € geblieben, was für einen langfristigen Einsatz schon ok ist.

Und zu guter Letzt wollte ich – ich bin ja genügsam, nicht wahr – schon länger ein einfaches, gutes und langlebiges Messer für unterwegs – ein wenig Schnitzen, mal eine Schnur oder Ästchen abschneiden, eine Frucht schälen und dergleichen. Aber wie es so ist, stolpert man bei der Recherche von einem Messer-Hersteller zu dem Anderen, liest sich durch Themenspezifische Foren und deren tausenden User-Meinungen und findet kein Ende und auch keine Entscheidung. Und natürlich kann man einiges an Geld für ein gutes, langlebiges Allrounder-Outdoor-Messer hinlegen – an die 100-200 Euro, was ja aber natürlich nicht ganz das Ziel der Übung sein sollte. Also habe ich mich dann schlussendlich für einen kleinen, alten Klassiker entschlossen… und es wurde ein klassisches Opinel-Klapp-Messer (9er Größe) mit der drehbaren Sicherung um kleine 9 € als stabilere Ergänzung zu meinem alten, kleinen Schweizer Taschenmesser.

Was braucht man mehr?

6 Kommentare


  1. gratuliere! und viel freude damit! freu mich schon auf die fotos… 😉

    werde nie den angfressenen blick einer dame vergessen, die ihr letztes geld für echt sauteure jacke mit rausnehmbarem innenfutter ausgegeben hat, mit dem gelben fußabdruckslogo drauf…. nach ein paar mal waschen war das innenfutter wesentlich kleiner als die jacke und alles hatte einen grauschleier. meine nicht „belogote“ (ich bin stolz auf diese wortschöpfung 🙂 ) hat die form behalten, ist ohne schleier geblieben und hat um 200 € weniger gekostet 😀


    1. Deswegen kaufe ich sowas auch nur bei Räumungsverkauf oder bei den Sonderaktionen, wo es teilweise nur Einzelstücke sind. Die Thermoskanne um 3 Euro (statt 20), die Hose um 50 statt 160, gleiche mit der Jacke, usw… alles andere lohnt sich nicht. Deswegen ist mir der Marken-Mix egal, solange es passt und den Zweck erfüllt – und sich zufällig im Regal verbilligt findet. War jetzt reines Glück und Zufall, dass sich nun alles Stück für Stück ergeben hat. Ausgenommen die Stiefel, aber da habe ich eine lebende Testerin in realistischer Referenz-Umgebung, deren Meinung ich vertraue und selber begutachten kann und konnte, so dass ich weiß, dass es sich lohnt.


  2. Die Thermoskanne um 3 Euro scheint sich auch bezahlt zu machen – gestern am frühen Nachmittag mit einigermaßen heißem Wasser aus der Leitung direkt zum Test befüllt und am Tisch stehen lassen… und heute früh ist der Inhalt noch immer etwas über der eigenen Körperwärme. Sind in etwa 16 Stunden oder so, in der das „Getränk“ also nicht vollständig ausgekühlt ist – perfekt. Meine Alte von anno dazumal schaffte vielleicht 4 Stunden, war aber in der dunklen Erinnerung damals um ein vielfaches teurer (noch dazu aber in Relation zum Originalpreis der Kanne hier).


  3. Keine Outdoor-Ausrüstung ist komplett ohne Multifunktionstuch! Ich hab 5 Stück davon – Markenmix, auch hier, muss kein Buff sein – und IMMER eines dabei. Unter dem Helm beim Radeln und Snowboarden, als Stirnband am Berg oder in der Loipe, als Halstuch bei allen Gelegenheiten, etc. Anwendungsmöglichkeiten grenzenlos. (http://www.headwear-shop.de/imagepool/Anwendungsm%C3%B6glichkeiten_560x274.png) Kostenpunkt: Nicht der Rede wert. Opinel großartig, btw.


  4. Du hast absolut recht – an das hatte ich sogar gedacht einmal, aber auch halt wieder vergessen. Stimmt natürlich – noch dazu lässt sich bei einem etwas größerem Tuch (nicht Buff) auch damit eine Kamera, Nahrung oder Erinnerungsstücke (Steine, Wurzel,…) damit einpacken und schützen. Oder um sich mal wo hinzusetzen oder gar als Sonnenschutz bei einer kleinen Pause irgendwo.

    Gute Idee. Wennst noch mehr und Ideen hast, nur her damit! 🙂

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