Etwas Banalität zur Freude

Es herrscht zur Zeit einfach nicht die Ruhe, um hier endlich wieder gemütlich zu schreiben. So zum Beispiel über den Besuch von N. und ihren beiden Outdoor-Wuschelhunden und noch einige andere Sachen… Keine Ahnung, aber die letzten Tage futtern den Geist gerade etwas ab, aber wie mein Alltag stattdessen so ausschaut, kann ich hier durchaus mal offen legen.

Und zwar lande ich meistens recht müde und geistig aufgesaugt im Bett, es wird ja bereits früh dunkel, das Handy kommt weit weg und statt großartiger Abendgestaltung ziehe ich einfach die Bettdecke bis zur Nase und gebe mich visueller Banalitäten hin, denn Politik, Wissenschaft und sonstige Dinge, die den Geist anregen, erscheinen mir in den Momenten zu komplex und anstrengend. Vermutlich ist das auch der Beginn der mentalen Verstumpfung, die aber eigentlich ganz offen gesagt einen Gewinn hätte… denn einfache Menschen sind ja angeblich glücklicher.

Irgendwann vor langer Zeit bin ich bei den Japanischen Spieleshows auf Youtube über eine ganz eigene Gruppierung gestoßen, die sozusagen eine Art Ansammlung von Bühnenkomikern, Kabarettisten und dergleichen ist – immer die selben Gestalten und das Erstaunliche ist, dass diese Kombination nun schon seit über 25 Jahren existiert. Also quasi eine eingeschworene Gruppe, die sich bei dieser gemeinsamen Serie immer wieder diversen Aufgaben, Versuchen und dergleichen stellt – manchmal amüsant, manchmal fad, aber das Konzept funktioniert.

Jetzt bin ich nicht ein Mensch, der bei Filmen und Videos laut lachend vor dem Gerät sitzt, sich dabei auf die Schenkel klopft und Tränen in den Augen hat. Ganz im Gegenteil, ich bin da eher der Stille, schmunzeln vielleicht einmal, aber ansonsten geht es da eher um eine innere Befreiung, in der man den eigenen Geist wenigstens für ein paar Minuten abschaltet und sich auf das konzentriert, dass einem die Mattscheibe so bietet. Bei Spielfilmen und dergleichen klappt das bei mir nämlich gar nicht mehr, denn zu sehr lässt sich erahnen, was denn da so auf einen gleich wieder zukommt – während bei den japanischen Gameshows jedesmal etwas doch eher Ungewöhnliches passiert – und vor allem ist das Niveau relativ flach und einfach gestrickt. Ja, mit 30++ darf ich das nun wirklich auch mal genießen.

„Gaki no Tsukai“ nennt sich diese Reihe und wurde erstmals bereits 1989 ausgestrahlt – also ein echter, langlebiger Klassiker, der es sage und schreibe auf bereits mehr als 1000 Folgen gebracht hat. Kern der Truppe sind Hitoshi Matsumoto und Masatoshi Hamada, die bei den Aufgaben, Spielen und dergleichen mehr oder weniger die Tonangeber sind bzw. ganz klar als zentrale Figuren auftreten.

Die jeweiligen Folgen laufen relativ gleich ab – entweder es gibt direkt vor dem Publikum eine klassische Gameshow mit Aufgaben bzw. Hindernissen und ähnlichem – oder sie werden von der Produktion „überrascht“ und vor unbekannten Aufgaben gestellt, die sie im Kollektiv lösen müssen. Übrigens wirken manche Begebenheiten auf uns Europäer etwas „Ööööhm?!! Schlag zwischen die Beine? Nackter Hintern?“ befremdlich, aber so ist das eben… andere Kultur, anderer TV-Genuss.

Sollte also jemand so wie ich nicht schlafen können, sich rumwälzen und so weiter – und zugleich eine Möglichkeit suchen, irgendwie abzuschalten… dem empfehle ich diese Serie. Ich klatsche deswegen gleich mal hier ein Paar unten dran – und ja, die dauern teilweise richtig lang und man kann sich gut damit die halbe Nacht beschäftigen. Ein paar Klassiker mit englischen Untertiteln und einer kurzen Info meinerseits… leider muss man entweder die Werbung bei einigen Videos am Anfang erdulden oder das eingeblendete Werbefeld dann mit dem kleinen X rechts oben beim Banner schließen.

1) Mal gleich der harte Einstieg – die Truppe muss es innerhalb von 6 Stunden schaffen, dass jeder eine andere Farbe anzieht, es darf also keine doppelten Farben geben. Ziel ist es, farblich eine Actionfigur-Serie nachzubilden – das Ganze natürlich ohne Absprachen untereinander und nach dem Zufallsprinzip.

2) Einer tanzt kurz, der Nächste muss es nachtanzen und fügt selber ein neues Element hinzu. Banalität pur, aber leider in schlechter Videoqualität.

3) Der Klassiker (gibt es in vielen Sprachen und Ländern). Silent Library – heißt nichts anderes, als dass sie eigentlich nicht laut lachen dürften. In einer Bücherei muss man nun mal eben still sein.

https://www.youtube.com/watch?v=nvKnHcyorK8

4) Sportliche Betätigung ohne eigenem Zutun in Anlehnung an die Schattenspieler/helfer auf abgedunkelten Bühnen.

http://youtu.be/Xx1mFTQrbTI?t=2m8s
http://youtu.be/IsoyCZejHYc?t=1m42s

5) Großen Stein fangen. Einfaches Prinzip.

6) Klassisches Namensraten aus Serien (? – halt für Japaner).

7) Kochen mit verschiedenen Zutaten. Sollte man glatt mal selber probieren.

https://www.youtube.com/watch?v=7s8JWSa8ODE

8) Und zum Abschluss noch eines von den Hunderten weiteren Videos – Sport rückwärts.

So, das war ein kleiner Einblick in mein Nachtleben… auf Youtube finden sich unzählige, weitere Videos von dieser Truppe und Shows. Tut gut, wenn man mal etwas harmlose Freude ohne Blut und grauer Gewalt sucht. *Glücklichbin!*

4 Kommentare


  1. 😮 also bei mir hat’s zu nervösen Zuckungen geführt 😉


  2. und das mit dem glücklicher, weil einfacher durch abgestumpfter – nönönö, das gönn ich den „oberen“, dh. den geldfressern, die wieder die politiker rekrutieren, damit sie genau dieses ziel, nämlich die abstumpfung der „arbeitstrottel“, damit die wieder den wohlstand der geldfresser sichern, nicht.
    auch wenn die das nie erfahren…..
    bei der bildung sparen, arbeiten lassen bis zum umfallen, steuern zahlen bis zum umfallen, und in der kargen freizeit mit serien und shows stillhalten. und die dagobert ducks, man kann sie auch mafiosis, politiker, steuergeldvernichter, zinsentreiber etc. nennen, lachen sich auf ihren fetten hintern krumm und erfinden immer wieder neue tricks, um die „breite masse“ auszusaugen für ihre zwecke zu missbrauchen.


    1. Und glaubst Du, dass das klappt? Sich den Tricks entziehen und so… ich bin da mittlerweile sehr skeptisch geworden.


  3. naja, wahrscheinlich klappt es genauso gut wie schwimmen im sand…
    🙁

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