Der luftleere Raum

Uff, schwierige Zeiten. Ehrlich gesagt. Normalerweise bin ich eher der ruhige, stille Mensch, der da so für sich seine eigenen Bahnen im Leben zieht und ohne allzu große Berührungen durch das Universum der Menschheit gleitet. Das ist zwar manchmal etwas sehr ruhig, zu ruhig, aber auf der anderen Seite trägt diese Spur im Raum auch eine gewisse Konstante in sich, auf die man sich einfach verlassen und mit ihr kalkulieren kann… und man lernt eben damit umzugehen und die Möglichkeiten des vorhandenen Seins gut auszunützen.

Dieses Jahr ist irgendwie aber alles anders gelaufen – und so finde ich mich plötzlich seit Monaten inmitten von anderen Planeten, Sternenhaufen, Galaxien und sonstigen Staubansammlungen wieder, deren Elemente unablässig aufeinander einprasseln, kollidieren, sich abstoßen, um kurz darauf sich selber wiederum anziehend die nächsten Kollisionskette mit einer erneuten Abstoßung auszulösen.

Nach all den Jahren stehe ich also plötzlich zwischen verschiedenen Menschen, aus Fehlern, aber auch unverhofft und ungewollt, muss dabei Position(en) beziehen und zugleich Ablehnung äußern – Dinge des Lebens, die immer Spuren, Rillen und Schrammen auf allen Seiten hinterlassen und meiner kleinen Kugel auch die eine und andere Delle verpassen, die noch lange sichtbar sein werden. Und es sind Dinge, die für mich ungewohnt sind, denn das Ergebnis ist seit geraumer Zeit noch dazu nun immer das Gleiche… eine Wiederholung der Wiederholung. Der Status ändert sich nicht mehr, die Staubhaufen haben sich gegenseitig gefangen, zeichnen kollidierende Ellipsen in den Raum und bleiben dabei doch immer im gleichen System – die Anziehungskraft ist zu stark, zu intensiv und eine Flucht nur mit einem radikalen Kurswechsel möglich.

Dieses Sonnensystem ist definitiv nicht mein Metier, noch dazu werden hier schon lange keine neuen Sterne mehr geboren, sondern einfach nur weiße Zwerge, schwarze Löcher und rote Riesen geformt. Zeit also, neue Gestirne zu entdecken, bevor sich dieses aktuelle System und deren Bewohner, Staubhaufen und Kugeln in einem hellen, weitreichenden Lichtblitz verabschieden… denn da will ich nicht mehr an Bord sein, sondern bereits in neue, spannende Abenteuer fliegen und das Leben weiter erforschen.

Und ich nehme auch einiges an Lehren des Lebens mit… Berufliches, Privates und Freundschaftliches zu vermischen – noch dazu in einem großen, vielfältigen und sehr wechselhaftem Kollektiv mit all seinen menschlichen Facetten – ist naiv, dumm und nicht ratsam. Gelernt also, dass eine Trennung sinnvoll und langfristig stabiler ist. Hier habe ich Fehler gemacht. Große – und anscheinend lerne ich langsam, aber immerhin doch noch etwas. Das beruhigt ein wenig.

Der Weltraum, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2014. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffes Honigtropfen, das mit seiner 1 Mann starken Besatzung viele Jahre unterwegs ist, um fremde Galaxien zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen. Viele Lichtjahre von der Erde entfernt dringt der Honigtropfen in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat…

1 Kommentar


  1. Ja. Nicht trennen geht selten gut.

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